Plazenta accreta: Abnormale Kollagenstruktur als Ursache vermutet6. Januar 2026 Foto: © lexiconimages/stock.adobe.com Wissenschaftler der University of California – Los Angeles Health Sciences (USA) haben untersucht, inwiefern Kollagen eine Schlüsselrolle bei der Plazenta accreta spielt und liefern neue Erkenntnisse. Das Plazenta accreta Spektrum (PAS) ist laut den Autoren eine der Hauptursachen für Müttersterblichkeit. Bei einer Placenta accreta, einer Form des PAS, wächst die Plazenta zu tief in die Gebärmutterwand ein und löst sich nach der Geburt nicht ab. Dies führt häufig zu lebensbedrohlichen Blutungen und macht eine Hysterektomie erforderlich, erklären die US-Autoren. Der stärkste und häufigste Risikofaktor ist ein vorangegangener Kaiserschnitt, da Narbenbildung nach einem Kaiserschnitt die Plazentaanhaftung in zukünftigen Schwangerschaften beeinflussen kann, heißt es weiter. Die genauen Ursachen seien jedoch nicht vollständig geklärt. Nun liegen neue Studienergebnisse vor, die in der Fachzeitschrift „American Journal of Obstetrics and Gynecology“ veröffentlicht wurden. Risikofaktoren im Fokus Die Forscher sammelten Proben von 13 Patientinnen mit Plazenta accreta und 10 Patientinnen mit Risikofaktoren für Plazenta accreta, aber ohne Plazenta accreta. Sie entnahmen Gewebeproben sowohl von Stellen, an denen die Plazenta anhaftete, als auch von Stellen, an denen dies nicht der Fall war. Die Studie nutzte chirurgische Präparate, ein Mausmodell und ein im Labor gezüchtetes „accreta-in-a-peat“-System, um zu untersuchen, wie die Kollagenstruktur, wenn sie verwickelt oder unregelmäßig statt ordentlich ausgerichtet ist, zu einer abnormalen Plazentaanhaftung beiträgt. Mithilfe von 3D-Bildgebungsverfahren stellten Forscher fest, dass verwickeltes oder unregelmäßiges Kollagen in alten Gebärmutternarben die normale Grenze zwischen Gebärmutter und Plazenta aufhebt, wodurch ein günstiges Umfeld für eine abnorme Plazentaanhaftung geschaffen und eine risikoreiche Geburt herbeigeführt wird. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass das Hauptproblem bei Plazenta accreta nicht das abnorme Wachstum der Plazenta ist, sondern die Art und Weise, wie die Vernarbung der Gebärmutter die Struktur und Organisation des Kollagens in der Gebärmutter verändert und dadurch die Geburtsrisiken erhöht“, erklärt Letztautorin Prof. Yalda Afshar. Frühere Erkennung möglich Zusammenfassend habe sich laut den Autoren gezeigt, dass anhaltende Entzündungen und Immunzellen die normale Narbenbildung beeinträchtigen. Dies führt zu einer abnormalen Kollagenstruktur, die eine abnorme Plazentaanhaftung begünstigt. „Diese Arbeit trägt dazu bei, zu erklären, warum manche Patientinnen nach einem Kaiserschnitt eine Plazenta accreta entwickeln, andere hingegen nicht, und weist auf neue Wege hin, wie wir Risiken früher, vor der Schwangerschaft oder im frühen Stadium der Schwangerschaft, erkennen können“, betont Afshar abschließend. (ri/BIERMANN)
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