Poster-Preis für Baukastensystem für die Entwicklung von Kindermedikamenten15. Oktober 2019 Porträt Lisa Freerks Foto: Sandra Klein Bei der 11. internationalen Konferenz der European Paediatric Formulation Initiative (EuPFI) im September 2019 in Malmö ging einer von drei PCCA Best Poster Awards an die Universität Greifswald. Preisträgerin ist Lisa Freerks mit ihrer Forschung zur Wirkstoff-Freisetzung von Kindermedikamenten. Die Doktorandin ist Mitglied der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Sandra Klein in der Abteilung Biopharmazie und Pharmazeutische Technologie am Institut für Pharmazie. Die EuPFI ist ein europäisches Konsortium, welches sich die Entwicklung sicherer kindgerechter Arzneiformen zum Ziel gesetzt hat. Während der Konferenz, die unter dem Motto „Formulating better Medicines for Children“ stand, vergaben die Professional Compounding Centers of America (PCCA) drei Posterpreise für die besten Originalarbeiten von Doktoranden. Lisa Freerks beschäftigt sich im Rahmen ihrer Dissertation mit der Etablierung physiologisch relevanter Modelle zur Vorhersage der Wirkstoff-Freisetzung im oberen Magen-Darm-Trakt von Klein- und Vorschulkindern unter typischen kindgerechten Verabreichungsbedingungen oraler Arzneiformen. Den Award erhielt sie für ihren Posterbeitrag „A toolbox for simulating gastrointestinal conditions in children: Standardized dissolution media for simulating typical children’s breakfasts around the world”. Sehr viele Arzneimittel werden morgens vor, mit oder nach dem Frühstück verabreicht. Nahrungsmittel können die Freisetzung des Wirkstoffes im Magen-Darm-Trakt jedoch erheblich beeinflussen. Für eine sichere und effektive Arzneimitteltherapie ist es wichtig, solche Einflüsse von Nahrungsmitteln bereits in frühen Phasen der Arzneimittelentwicklung zu berücksichtigen. Freerks hat im Rahmen des EuPFi Kongresses ein neues Baukastensystem für biorelevante Freisetzungsmedien vorgestellt. Diese Freisetzungsmedien entsprechen in Zusammensetzung und spezifischen Eigenschaften typischen Frühstücksmahlzeiten von Klein- und Vorschulkindern und können im Rahmen von Wirkstoff-Freisetzungsprüfungen einfach und reproduzierbar hergestellt werden. Mit ihrer Hilfe soll die Wirkstoff-Freisetzung im kindlichen Magen nach Verabreichung einer oralen Arzneiform mit oder nach dem Frühstück vorhergesagt werden. Bei der Entwicklung wurden Ernährungsgewohnheiten von Kindern in Industrie- und Entwicklungsländern berücksichtigt. Das neue Baukastensystem soll in der frühen Forschungsphase bei der Entwicklung von Kindermedikamenten zum Einsatz kommen, um die Zahl an klinischen Prüfungen an Kindern auf ein Minimum reduzieren zu können. Sowohl für Kinder in Industrie- als auch in Schwellen- und Entwicklungsländern könnten damit sicherere und effektivere Medikamente zur Verfügung gestellt werden.
Mehr erfahren zu: "Versorgungsprogramm für übergewichtige Kinder zeigt Wirkung" Versorgungsprogramm für übergewichtige Kinder zeigt Wirkung Das Stufenmodell STARKIDS könnte künftig die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Adipositas bundesweit verbessern. Das zeigen die Ergebnisse der STARKIDS-Studie, die in „The Lancet Regional Health – Europe“ veröffentlicht […]
Mehr erfahren zu: "Neuer Therapie-Ansatz für die Hirnerkrankung SCA3" Neuer Therapie-Ansatz für die Hirnerkrankung SCA3 Forschende aus Tübingen haben gemeinsam mit Kollegen aus Bonn, Großbritannien und Portugal einen neuen Ansatz zur Behandlung der Spinozerebelläre Ataxie Typ 3 (SCA3) entwickelt und erfolgreich an menschlichen Nervenzellen im […]
Mehr erfahren zu: "Die kardiovaskuläre Gesundheit von Frauen beginnt bereits in der Pubertät" Die kardiovaskuläre Gesundheit von Frauen beginnt bereits in der Pubertät Vier führende US-amerikanische Fachgesellschaften stellen im Fachjournal „Circulation“ ein multidisziplinäres Rahmenkonzept vor, um die frühzeitige Prävention, Diagnostik und interdisziplinäre Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen zu verbessern.