Postmenopausale Frauen: Vitamin-D- und Calcium-Supplementierung und Krebsinzidenz16. August 2017 © by-studio – fotolia.com Bei gesunden älteren Frauen in der Postmenopause, die in einer Studie einen 25-Hydroxyvitamin-D-Ausgangsspiegel von 32,8 ng/ml hatten, führte eine Supplementierung mit Vitamin D3 und Calcium im Vergleich zu Placebo innerhalb einer 4-Jahres-Frist nicht zu einem signifikant geringeren Risiko für Krebserkrankungen aller Art. Die Verfasser der in „JAMA“ publizierten Arbeit empfehlen weitere Forschungsanstrengungen, um die Rolle von Vitamin D in der Krebsprävention zu klären. Ausgehend von vorliegender Evidenz dafür, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel das Krebsrisiko erhöhen kann, führten die Wissenschaftler eine 4-jährige bevölkerungsbasierte randomisierte Studie in 31 ländlich gelegenen Bezirken durch. Daran nahmen 2303 gesunde postmenopausale Frauen im Alter von mindestens 55 Jahren teil. Von ihnen bildeten nach Randomisierung 1156 den Therapie-Arm der Studie, die übrigen 1147 dienten als Kontrollen. Letztere erhielten ein Placebo, der Verum-Arm 200 IE Vitamin D3 und 1500 mg Calcium täglich. Hauptendpunkt der Studie war die Inzidenz aller Arten von Krebserkrankungen mit Ausnahme des nicht melanotischen Hautkrebs. Von 2303 randomisierten Frauen (Durchschnittsalter 65,2 Jahre [Standardabweichung (SD) 7,0); durchschnittlicher 25-Hydroxyvitamin-D-Serumspiegel zu Beginn 32,8 ng/ml [SD 10,5]) durchliefen 2064 (90 %) die gesamte Studiendauer. Nach einem Jahr lagen die 25-Hydroxyvitamin-D-Serumspiegel in der Verum-Gruppe bei 43,9 ng/ml und in der Placebo-Gruppe bei 31,6 ng/ml. Bei 109 Studienteilnehmerinnen wurde eine neu aufgetretene Krebserkrankung diagnostiziert: bei 45 (3,89 %) in der Verum-Gruppe und bei 64 (5,58 %) in der Placebo-Gruppe (Differenz 1,69 %; 95 %-Konfidenzintervall [KI] zwischen -0,06 und 3,46; p=0,06). Die Kaplan-Meier-Inzidenz über den Zeitraum von 4 Jahren betrug 0,042 (95 %-KI 0,032–0,056) in der Verum-Gruppe und 0,060 (95 %-KI 0,048–0,076) in der Placebo-Gruppe (p=0,06). Eine nicht adjustierte proportionale Hazard-Regression nach Cox ergab eine Hazard Ratio von 0,70 (95 %-KI 0,47–1,02). Zu den unerwünschten Ereignissen, die potenziell mit der Studie zusammenhingen, gehörten Nierensteine sowie erhöhte Serumwerte für Calcium. Autoren: Lappe J et al. Korrespondenz: Prof. Joan Lappe, Creighton University Schools of Nursing, Omaha, NE, USA; [email protected] Studie: Effect of Vitamin D and Calcium Supplementation on Cancer Incidence in Older Women: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA 2017;317(12):1234–1243. Web: jamanetwork.com/journals/jama
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