Postoperative Schmerzen bei übergewichtigen Kindern nicht erhöht22. Oktober 2018 Foto: © ruslanshug – Fotolia.com Während adipöse Erwachsene häufig über stärkere Schmerzen nach einer Operation berichten, scheint dies bei adipösen Kindern nicht der Fall zu sein. Darauf deuten neue Forschungsergebnisse präsentiert auf dem jährlichen Kongress der American Society of Anesthesiologists hin. “Wir wollen die angemessene Behandlung von Schmerzen in der wachsenden Population adipöser Kinder, die einer Operation bedürfen, besser verstehen”, sagt Syed M. Raza, Hauptautor der Studie und Assistent der klinischen Forschung an der Cleveland Clinic Department of Anesthesia Outcomes Research. “Es gibt einige Hinweise darauf, dass adipöse Erwachsene besonders sensitiv auf Schmerzen reagieren und daher vermehrt Schmerzmittel nach einer Operation benötigen”, ergänzt Dr. M. Alparslan Turan, ein Autor der Studie und Anästhesist an der Cleveland Clinic. Für Kinder sei dies nicht der Fall, wodurch adipöse Kinder nicht mit einer höheren Dosis Schmerzmittel behandelt werden müssten, wie dies bei adipösen Erwachsenen geschieht. Die Wissenschaftler analysierten die Schmerzrate von 808 Kindern im Alter von acht bis 18 Jahren, die sich zwischen 2010 und 2015 einer nicht-kardialen Operation an der Cleveland Clinic unterzogen haben. Die Schmerzen wurden anhand einer Schmerzskala von null (kein Schmerz) bis zehn (schlimmster vorstellbarer Schmerz) bewertet. Die Schmerzraten von Kindern verschiedener Gewichtsklassen, basierend auf dem Body-Mass-Index (BMI), wurden verglichen: 59 Kinder waren untergewichtig, 513 normalgewichtig, 106 übergewichtig und 130 adipös. In den ersten 48 Stunden nach der Operation wurde keine Korrelation von BMI und Schmerz bei urologischen, orthopädischen und allgemeinen Eingriffen festgestellt. Es gab einen leichten Anstieg der Schmerzen um 0,06 Punkte für jeden fünften Perzentilanstieg des BMI in der neurologischen Gruppe, aber der Unterschied war sehr gering, sagte Raza. Die Wissenschaftler fanden auch heraus, dass der Opioidkonsum tatsächlich um geschätzte 0,3 Prozent für jeden fünften Perzentilanstieg des BMI sank, aber der Unterschied sei winzig klein und sollte das Behandlungsprotokoll nicht ändern, folgern sie. Allerdings seien sie erfreut, dass ein erhöhter BMI nicht zu einem erhöhten Bedarf an starken Betäubungsmitteln führe. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass der momentane Standard zur Schmerzbehandlung von Kindern nach einer Operation, bei der die Dosierung auf dem aktuellen Körpergewicht der Patienten beruht, beibehalten werden sollte. Die Schmerzbehandlung von adipösen Erwachsenen variiert von Einrichtung zu Einrichtung, aber basiert typischerweise nicht auf dem Gewicht des Patienten, erwähnt Turan. “Aufgrund von Bedenken bezüglich des Konsums und Missbrauchs von Opioiden gibt es eine Bewegung, um Kindern zur postoperativen Schmerzbehandlung Nicht-Opioid-Analgetika wie Paracetamol und Ibuprofen zur Verfügung zu stellen. Es ist wichtig, dass sich die Ärzte dieser Ergebnisse bewusst sind, da sie darauf hinweisen können, dass Patienten mit einem höheren BMI keine höheren Dosen von Schmerzmitteln wie Opioide nach der Operation benötigen”, resümiert Raza.
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