POWG: OCT-Messung der makulären GCC-Dicke kann die Diagnose unterstützen

Patientin bei einer OCT-Messung.(Symbolbild.)Bild:©Rabizo Anatolii-stock.adobe.com

Eine aktuelle Arbeit aus Nepal zeigt, dass die Messung der Dicke des makulären Ganglienzellkomplexes (GCC) mittels optischer Kohärenztomographie (OCT) zur Diagnose des primären Offenwinkelglaukoms (POWG) von Nutzen sein kann.

Ziel dieser Studie war unter andrem die Dokumentation der Normalwerte für die Dicke des makulären GCC bei Kontrollaugen und bei Patienten mit Verdacht auf Glaukom. Des Weiteren sollte die diagnostische Aussagekraft der GCC-Parameter bei der Unterscheidung zwischen POAG und Patienten mit Verdacht auf Glaukom bewertet werden. Ergänzend wurden gesunde Kontrollpersonen aus einem tertiären Augenzentrum in Nepal in die Analyse einbezogen. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden in der Fachzeitschrift „BMC Ophthalmology“.

Messung der GCC-Parameter mittels OCT

Die krankenhausbasierte Querschnitts-Beobachtungsstudie wurde von Juni 2020 bis Juni 2021 in Kathmandu (Nepal) durchgeführt. Zur Messung der GCC-Parameter (durchschnittliche GCC-Dicke, GCC-Dicke im oberen Bereich und GCC-Dicke im unteren Bereich) setzten die Forschenden die spektrale optische Kohärenztomographie (OCT) ein.

Diese Parameter wurden unter Berücksichtigung der erheblichen Korrelation zwischen den Augen mithilfe linearer gemischter Effekt-Modelle zwischen den Gruppen verglichen. Um die diagnostische Leistungsfähigkeit zu bewerten, erstellten die Wissenschaftler ROC-Kurven (Receiver Operating Characteristic). Zudem berechneten sie die Werte der Fläche unter der Kurve (AUC).

GCC-Parameter in der POWG-Gruppe signifikant niedriger

In die Studie wurden insgesamt 203 Patienten (406 Augen) einbezogen. Darunter waren 76 mit POWG und 62 mit Verdacht auf Glaukom. Zusätzlich wurden 65 Kontrollpersonen eingeschlossen. Die Wissenschaftler ermittelten, dass alle GCC-Parameter in der POWG-Gruppe (83,30 ± 11,46 μm, 83,88 ± 12,29 μm und 81,94 ± 13,19 μm) im Vergleich sowohl zu den Glaukomverdächtigen (93,76 ± 7,74 μm, 94,02 ± 8,03 μm bzw. 93,82 ± 8,27 μm) als auch zur Kontrollgruppe (96,54 ± 10,09 μm, 96,68 ± 10,91 μm bzw. 96,43 ± 9,60 μm) signifikant niedriger waren (p < 0,05). Dies galt sogar nach Bereinigung um das Alter.

Die höchste diagnostische Genauigkeit wurde für die durchschnittliche GCC (AUC = 0,83, 95 %-KI: 0,77–0,92) und die inferiore GCC (AUC = 0,83, 95 %-KI: 0,76–0,90) beobachtet. Dabei zeigten beide eine hervorragende Unterscheidungsfähigkeit zwischen POWG und der Kontrollgruppe (AUC = 0,83).

Die Studienautoren fassten zusammen, dass alle GCC-Parameter eine signifikante diagnostische Leistungsfähigkeit bei der Erkennung des POWG zeigten. Dabei wiesen jedoch die durchschnittliche GCC-Dicke und die Dicke der inferioren GCC die beste Leistung auf. Die Autoren weisen darauf hin, dass das Design dieser einzentrischen Querschnittsstudie sowie das Fehlen einer Randomisierung die Haupteinschränkungen dieser Studie darstellen.

(sas/BIERMANN)