PPI und Magenkrebsrisiko: Keine Assoziation in Metaanalyse nachgewiesen13. Juli 2023 © Africa Studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Da Protonenpumpeninhibitoren (PPI) im Verdacht stehen, das Risiko für Magenkrebs zu erhöhen, war die Bewertung des Krebsrisikos Ziel einer italienischen Übersichtstudie und Metaanalyse. Dazu haben die Wissenschaftler systematisch die Datenbanken Medline/PubMed, Embase und Scopus bis Juni 2022 nach randomisierten und nichtrandomisierten Studien (NRS) bezüglich eines möglichen Zusammenhanges zwischen PPI und Magenkrebs durchsucht. In ihren Analysen berücksichtigten die Forscher Anwender von Histamin-2-Rezeptor-Antagonisten (H2RA) als Kontrollen. Sie wählten diesen Vergleich, um Störfaktoren durch die Indikation zu minimieren und sich auf Patienten zu konzentrieren, die eine Magensäuresuppression benötigten. Zudem extrahierten die Froschenden maximal bereinigte relative Risikoschätzungen (RR). Ebenso untersuchten sie Heterogenität und den Effekt kleiner Studien und berechneten zusammenfassende Schätzungen anhand von Random- und Fixed-Effects-Modellen. Zur Untersuchung der Heterogenität setzten sie stratifizierte Analysen und Metaregressionen ein. Die Bewertung der Beweissicherheit erfolgte mittels GRADE (Grading of Recommendations, Assessment, Development and Evaluation). Von 8375 Datensätzen erfüllten 12 NRS (>6 Mio. Patienten mit insgesamt 11.554 Magenkarzinomen) und 2 randomisierte klinische Studien (498 Patienten mit 1 Magenkarzinom) die Zulassungskriterien. Die randomisierte Evidenz war sehr ungenau und lieferte Ergebnisse mit sehr geringer Gewissheit. Eine Metaanalyse von 6 NRS mit umfassender Adjustierung für Störgrößen (2,5 Mio. Patienten mit 7372 Magenkrebsfällen) zeigte keine Assoziation zwischen PPI und Magenkrebs (RRRandom 1,07; 95%-KI 0,97–1,19; RRFixed 1,05; 95%-KI 0,98–1,12). Die Sicherheit der Beweise war gering. Es wurden keine überzeugenden Hinweise auf eine Dosis-Wirkungsbeziehung oder ein erhöhtes Risiko bei Langzeiteinnahme gefunden. Eine fehlende oder minimale Bereinigung um Störfaktoren war mit größeren Effektstärken verbunden. Fazit Die Studienautoren konnten keine Assoziation zwischen PPI und Magenkrebs in den NRS-Studien feststellen, bei denen eine Adjustierung für mögliche Störfaktoren vorgenommen worden war. Die Aussagekraft veröffentlichter Studien könnte aber unter noch anderen Störfaktoren leiden. (bi) Autoren: Piovani D et al. Korrespondenz: Daniele Piovani; [email protected] Studie: Meta-analysis: Use of proton pump inhibitors and risk of gastric cancer in patients requiring gastric acid suppression Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2023;57(6):653–665. Web: https://doi.org/10.1111/apt.17360
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