Prädiabetes: Effekte eines Programms zur Verhaltensänderung8. März 2024 © hedgehog94 – stock.adobe.com (Symbolbild) Diabetes ist eine der Hauptursachen für Morbidität, Mortalität und hohe Krankheitskosten. Das Gesundheitsverhalten, insbesondere in Bezug auf die Ernährung und körperliche Aktivität, spielt eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes (T2D). Während sich Programme zur Verhaltensänderung (Lifestyle-Interventionen) in klinischen Studien als durchaus wirksam erwiesen haben, ist es nach wie vor umstritten, ob die gezielte Förderung des Gesundheitsverhaltens auf individueller Ebene eine wirksame Präventionsstrategie für T2D darstellt. Unter Klinikern wird bezweifelt, dass routinemäßig angebotene Lebensstilberatungen zu einer deutlichen Verbesserung der Gesundheit führen können. Ein Wissenschaftlerteam des Instituts für Global Health der Medizinischen Fakultät Heidelberg in Kooperation mit den Universitäten Göttingen sowie Stanford und Birmingham, Großbritannien, zeigte nun, dass die Teilnahme an dem weltweit größten Programm zur Verhaltensänderung bei Prädiabetes (das englische Diabetes-Präventionsprogramm „Healthier You“ des englischen NHS [National Health Service]) wirksam zur Verbesserung der wichtigsten kardiovaskulären Risikofaktoren beiträgt. Dies galt auch für den HbA1c-Wert, das Körpergewicht und die Serumlipidwerte. Dazu setzten die Forschenden ein Regressions-Diskontinuitäts-Design ein, das auf einem HbA1c-Schwellenwert basierte. Unter Verwendung von etwa 1/5 aller elektronischen Daten aus Primärversorgungspraxen in England wurden die Personen, die erhöhte Blutzuckerwerte, aber noch keinen Diabetes hatten, dem Programm zur Verhaltensänderung zugewiesen. Dabei ergab sich, dass das Programm den HbA1c-Wert, den BMI, das Gewicht und die Blutfette positiv beeinflusste. Das Hauptergebnis, die Verbesserung des HbA1c-Wertes, bestätigten die Forschenden mit 2 weiteren quasi-experimentellen Ansätzen: Zunächst schätzten sie mittels einer Difference-in-Differences-Analyse den kausalen Effekt der schrittweisen Einführung des Programms. Darüber hinaus bewerteten sie den Einfluss regionaler Unterschiede in der Programmabdeckung. Diese beiden zusätzlichen Analysen lieferten weiterführende Belege von eher kausaler als assoziativer Natur dafür, dass auch eine in einem nationalen Gesundheitssystem durchgeführte Lebensstilberatung entscheidende gesundheitliche Verbesserungen erzielen kann. (je) Autoren: Lemp JM et al. Korrespondenz: Pascal Geldsetzer; [email protected] Studie: Quasi-experimental evaluation of a nationwide diabetes prevention programme Quelle: Nature 2023;624(7990):138–144. Web: https://doi.org/10.1038/s41586-023-06756-4
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