Prädiktive Biomarker für intraamniotische Infektionen und spontane Frühgeburten bei Frauen mit vorzeitigen Wehen15. April 2026 Symbolbild: © globalmoments/stock.adobe.com Bestimmte Biomarker könnten helfen, intraamniotische Infektionen und drohende Frühgeburten bei vorzeitiger Wehentätigkeit frühzeitig zu erkennen. Eine Kombination mit Ultraschall- und Laborparametern verbessert die Vorhersagegenauigkeit noch weiter. Eine aktuelle Studie untersuchte, ob Akute-Phase-Proteine, Adhäsionsproteine und multifunktionelle Proteine im Plasma, allein oder in Kombination mit Ultraschall und herkömmlichen Bluttests, eine mikrobielle Invasion der Amnionhöhle und/oder eine intraamniotische Entzündung (MIAC/IAI) sowie eine spontane Frühgeburt bei Frauen mit vorzeitigen Wehen vorhersagen können. Es wurde eine retrospektive Kohortenstudie mit 249 schwangeren Frauen mit Einlingsschwangerschaften und vorzeitigen Wehen (in der 23. bis 34. Schwangerschaftswoche) durchgeführt, bei denen eine transabdominale Amniozentese durchgeführt wurde. Die Plasmaproben wurden im Rahmen des Eingriffs entnommen. MIAC/IAI wurde durch eine positive Fruchtwasserkultur und/oder einen erhöhten Interleukin-6-Spiegel (IL-6) (≥ 2,6 ng/ml) im Fruchtwasser definiert. Die Plasmaspiegel von Hepcidin, Mannose-bindendem Lektin (MBL), Retinol-bindendem Protein 4 (RBP4), Serum-Amyloid A1 (SAA1), E-Selektin, P-Selektin, Progranulin, transformierendem Wachstumsfaktor β1 und Vitamin-D-bindendem Protein wurden mittels ELISA bestimmt. Zusätzlich wurden C-reaktives Protein, Leukozytenzahl, das Neutrophilen-Lymphozyten-Verhältnis und die sonografisch gemessene Zervixlänge bestimmt. Nach Adjustierung für Kovariablen zeigten multivariate logistische Regressionsanalysen signifikante Zusammenhänge zwischen erniedrigten RBP4- und E-Selektin-Spiegeln sowie erhöhten SAA1-Spiegeln im Plasma und MIAC/IAI. Darüber hinaus waren erniedrigte RBP4- und Progranulin-Spiegel sowie erhöhte SAA1-Werte mit einem erhöhten Risiko für eine spontane Frühgeburt innerhalb von sieben Tagen nach Probenentnahme assoziiert. Mithilfe schrittweiser Regressionsanalysen wurden nichtinvasive Vorhersagemodelle für MIAC/IAI und eine Frühgeburt innerhalb von sieben Tagen entwickelt. Diese Modelle umfassen die Plasmaspiegel von RBP4, SAA1, MBL und E-Selektin, die Zervixlänge sowie die Leukozytenzahl. Die AUC-Werte betrugen 0,86 bzw. 0,89. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass insbesondere SAA1, RBP4, E-Selektin und Progranulin wertvolle Plasma-Biomarker zur Vorhersage von MIAC/IAI und drohender spontaner Frühgeburt bei Frauen mit vorzeitigen Wehen darstellen können. Insbesondere die Kombination dieser Plasma-Biomarker mit Ultraschall und traditionellen Entzündungsmarkern im Blut kann die Diagnose von MIAC/IAI und drohender spontaner Frühgeburt verbessern. (lj/BIERMANN)
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