Präeklampsie: Muster im Blut können den Schweregrad anzeigen24. Februar 2025 Foto: © peopleimages.com/stock.adobe.com In einer Studie des brasilianischen Forschungsinstituts Fundação de Amparo à Pesquisa do Estado de São Paulo variierte das Muster der in den Blutproben der Patientinnen vorhandenen Substanzen je nach Schweregrad der Präeklampsie. Die Studie umfasste 173 schwangere Frauen, die in vier Kategorien eingeteilt wurden: gesund, Schwangerschaftshypertonie, Präeklampsie und schwere Präeklampsie. Die Blutproben wurden einer Metabolomanalyse unterzogen, um Metaboliten nachzuweisen. „Bei unserer Untersuchung, was mit dem Stoffwechsel dieser Frauen geschah, konnten wir nicht nur zeigen, dass er verändert war, sondern auch, dass die Muster der Veränderung mit klinischen Variablen korrelierten. Das ist wichtig, denn es eröffnet Möglichkeiten für ein besseres Verständnis der Präeklampsie, insbesondere im Hinblick auf Organschäden“, berichtet die Letztautorin Prof. Valeria Cristina Sandrim. Sie fügt hinzu: „Die Metaboliten signalisieren die Stoffwechselwege, die aktiviert oder inaktiviert werden, so dass wir planen, eine zweite Phase der Studie durchzuführen, in der wir untersuchen werden, warum die Stoffwechselveränderungen auftreten und wie wir pharmakologisch eingreifen können.“ Die Studie war laut den Wissenschaftlern die erste, bei der die Wasserstoff-Kernresonanzspektroskopie (1H NMR) zur Identifizierung von Metaboliten bei Patienten mit schwerer Präeklampsie und Schwangerschaftshypertonie eingesetzt wurde. Die Forschungsergebnisse wurden in der „Fachzeitschrift PLOS ONE“ veröffentlicht. Mögliche Hinweise auf Leber- oder Nierenfunktionsstörung Die Forscher identifizierten 19 Metaboliten und stellten fest, dass 11 davon in den vier Gruppen unterschiedlich waren. So wies die Gruppe mit schwerer Präeklampsie höhere Acetat-, N,N-Dimethylglycin-, Glutamin-, Alanin-, Valin- und Kreatinwerte auf als die Gruppe mit Schwangerschaftshypertonie und die Kontrollgruppe (gesunde Frauen). Ein Vergleich zwischen den Gruppen mit Präeklampsie und schwerer Präeklampsie zeigte, dass höhere N,N-Dimethylglycin-, Glutamin-, Alanin- und Valinwerte mit dem Schweregrad der Präeklampsie korrelierten und dass höhere Werte bestimmter Metaboliten, einschließlich N,N-Dimethylglycin, Alanin und Valin, mit erhöhtem Blutdruck, schlechteren Geburtsergebnissen und schlechteren Endorganfunktionen, insbesondere Nieren- und Leberschäden, verbunden waren. Die metabolomische Analyse der Frauen mit Präeklampsie wies auch auf verstärkte Störungen des Stickstoffmetabolismus, des Methionin- und des Harnstoffzyklus hin. „Die verschlimmerten Stoffwechselstörungen könnten auf eine Nieren- und Leberfunktionsstörung hindeuten, wie die erhöhten Kreatin- und Alaninwerte zeigen. Diese Ergebnisse tragen nicht nur zu neuen Erkenntnissen bei, sondern ermöglichen auch ein umfassenderes Verständnis der pathophysiologischen Mechanismen, die in Fällen von Präeklampsie mit Anzeichen von Schwere im Spiel sind“, erklärt Sandrim. Weitere Forschungen geplant Die Autoren werden nun auf der Grundlage dieser Ergebnisse zwei Forschungslinien verfolgen. Zunächst werden sie In-vitro-Experimente mit kultivierten Zellen durchführen, um herauszufinden, welche Stoffwechselwege bei Präeklampsie-Patienten verändert sind und ob es geeignete Medikamente zur Behandlung dieser Veränderungen gibt. In der zweiten Forschungslinie sollen Biomarker zur Vorhersage des Präeklampsierisikos untersucht werden. „Wir werden von einer weiteren Gruppe schwangerer Frauen Blutproben nehmen, bevor bei ihnen eine Präeklampsie diagnostiziert wird, um zu versuchen, mögliche frühere Stoffwechselveränderungen festzustellen. Dies ist wichtig, weil wir wissen, dass nicht alle Städte über Entbindungskliniken verfügen, die auf die Kontrolle von Bluthochdruck spezialisiert sind. Wenn wir Marker-Stoffwechselprodukte identifizieren können, die zur Vorhersage von Präeklampsie dienen, wird es möglich sein, diese gefährdeten Schwangeren effektiver zu überwachen“, sagt Sandrim abschließend.
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