Prälingual ertaubte Cochlea-Implantat-Anwender: Eine Sache des Trainings26. Juli 2019 Foto: ©Monika Wisniewska Amaviael / Adobe Stock Zur Spracherkennung bei Cochlea-Implantaten (CI) bei Auftreten von Störgeräuschen gibt es bislang wenige Studien. Eine akutelle Studie hat prälingual ertaubte CI-Anwender hinsichtlich Satzerkennung und Lärmsituationen evaluiert. CI weisen bei aller Effektivität baubedingt eine Schwachstelle auf: Die Sprachwahrnehmung kann sich beim Auftreten von störenden Nebengeräuschen, wie sie das alltägliche Leben hervorbringt, als große Herausforderung erweisen. Häufig wird argumentiert, dass ein Training anhand der durch das CI bereitgestellten Informationen ebenso wichtig sei wie der technologische Fortschritt und eine damit begründete Reimplantation mit einem modernen Gerät oder Geräteteil. Bislang gibt es jedoch nur wenige Studien, die sich mit der Spracherkennung durch CI bei Auftreten von Störgeräuschen befassen; die meisten dieser Untersuchungen wurden an Populationen durchgeführt, die postlingual ertaubten und erst im Erwachsenenalter ein CI erhielten. Darüber hinaus wurde in vielen Studien audiologisches Trainingsmaterial angewendet, das nichts mit der überaus wichtigen Satzerkennung zu tun hat. Im Rahmen der aktuell in „Otology & Neurotology“ veröffentlichten Studie wurden langjährige CI-Anwender, die prälingual ertaubten, hinsichtlich der Satzerkennung in Lärmsituationen evaluiert. Die Ergebnisse wurden mit denen von normal hörenden jungen Erwachsenen verglichen, die ein identisches Trainingsprotokoll durchliefen. In die Untersuchung wurden 22 prälingual ertaubte CI-Anwender und 30 Kontrollprobanden inkludiert. Für die Sprachtests im Störgeräusch wurde die hebräische Version im Training angewendet. Alle Probanden nahmen an den Einzeltrainings teil, 6 Kontrollprobanden und 7 CI-Anwender führten weitergehende Übungen durch; diese CI-Anwender trainierten zusätzlich über 5 Tage mit 10 Trainingseinheiten. Nach 10 Tagen Training kam es zu einer verbesserten CI-Performance bei 4,1 dB Signal-Rausch-Verhältnis. Nach einem Einzeltraining lag die Sprachwahrnehmungsschwelle der CI-Anwender um 9 bis 10 dB über der der Kontrollprobanden. Nach den ersten 5 Trainingstagen konnten 5 von 7 CI-Anwendern diese Differenz um etwa die Hälfte reduzieren. Die vorliegende Studie zeigt als erste, so die Autoren, wie die Sprachwahrnehmungsschwelle bei prälingual ertaubten CI-Anwendern nach entsprechendem Training verläuft und wie sich deren Sprachverständnis unter Nebengeräuschen verbessert. (am)
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