Preisträger optimiert die Diagnostik von Mycobacterium abscessus-Infektionen bei Mukoviszidose24. November 2021 Dr. Mathis Steindor forscht seit 2014 zu M. abscessus-Infektionen bei Mukoviszidose und wurde für seine aktuelle Forschung dazu mit dem Christiane Herzog Preis 2021 ausgezeichnet. (Foto: Leopold Pichlmaier) Dr. Mathis Steindor, Nachwuchsforscher am Mukoviszidose-Zentrum der Klinik für Kinderheilkunde III des Universitätsklinikums Essen, hat für seine Forschung zu Mycobacterium abscessus-Infektionen bei Mukoviszidose den diesjährigen Christiane Herzog Forschungsförderpreis erhalten. Die Keime des Mycobacterium abscessus-Complex (MABC) zählen zu den gefürchtetsten Keimen bei Patienten mit Mukoviszidose, denn Infektionen mit diesen Bakterien führen oft zu einer rasch voranschreitenden Verschlechterung der Lungenfunktion und schweren Krankheitsverläufen. Die Diagnose der Infektion ist schwierig, eine frühe und sichere Diagnose ist jedoch wichtig für eine erfolgreiche Therapie. Die vor allem auf Anzucht des Erregers und radiologischen Kriterien fußende konventionelle Diagnostik einer Infektion mit MABC-Keimen ist bei Mukoviszidose-Patienten oft ungenau. „Ziel meiner aktuellen Forschungsarbeit ist die Etablierung eines Bluttests auf Basis der Interferon-Gamma-Immunantwort des Patienten auf M. abscessus-Antigene zur Unterstützung der Diagnose einer Infektion, ähnlich dem Bluttest, der zur Diagnose einer Tuberkulose-Infektion verwendet wird“, erläutert Dr. Mathis Steindor. Optimierung des Immuntests für eine breite diagnostische Anwendung In Vorarbeiten, die der Mukoviszidose e.V. im Rahmen seiner Forschungsförderung mit 20.000 Euro unterstützt hat, konnte Steindor mit seiner Arbeitsgruppe einen solchen Immuntest zur M. abscessus-Diagnostik entwickeln, der mit einer hohen Spezifität (100 % bei Mukoviszidose- und 94 % bei nicht-Mukoviszidose-Patienten) MABC-Infektionen nachweisen kann. Noch verfügt dieser Test über eine relativ niedrige errechnete Sensitivität (58 % bei Mukoviszidose- und 60 % bei nicht-Mukoviszidose-Patienten), die im Rahmen weiterer Studien optimiert werden soll, um ihn so für eine breite diagnostische und wissenschaftliche Anwendung zu qualifizieren. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftler prüfen, inwiefern der Test auch als Instrument zur Beurteilung des Verlaufs einer M. abscessus-Infektion genutzt werden kann. Damit könnten Diagnostik und Therapie von MABC-Infektionen bei CF-Betroffenen künftig maßgeblich verbessert werden. Finanzieren möchte der diesjährige Christiane Herzog-Preisträger diese Forschungsvorhaben mit dem Preisgeld in Höhe von 50.000 Euro. Bereits seit 2014 forscht Steindor intensiv zu M. abscessus-Infektionen bei Mukoviszidose und hat an zahlreichen klinischen Studien mitgewirkt, die international Beachtung finden. Seit 2017 ist er Oberarzt der Pädiatrischen Pneumologie des Universitätsklinikums Essen und dort in die ambulante und stationäre Versorgung von circa 100 Kindern und Jugendlichen mit Mukoviszidose eingebunden. Die CF-Zentren der Universitätsmedizin Essen und der Ruhr-Universität Bochum bilden seit 2013 gemeinsam das Christiane Herzog Centrum Ruhr. Unter diesem Dach werden aktuell rund 500 Betroffene betreut – davon etwa 350 Erwachsene. Das Christiane Herzog Zentrum Ruhr gehört zu den größten europäischen klinischen Studienzentren.
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