Privatabrechnungen machten 2023 fast die Hälfte der Einnahmen urologischer Praxen aus8. Dezember 2025 Symbolbild: stockwerk-fotodesign – stock.adobe.com Die urologischen Praxen in Deutschland haben 2023 insgesamt 45,5% ihrer Einnahmen aus Privatabrechnungen erzielt. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor. Nach den Destatis-Angaben kamen im angegebenen Jahr 52,7% der Einnahmen urologischer Praxen aus Abrechnungen mit der Gesetzlichen Krankenversicherung. Die Lücke zu 100% erklärt sich aus Einnahmen aus sonstiger selbstständiger ärztlicher Tätigkeit, die für die Urologen nicht mit ausreichender Sicherheit angegeben werden können. Die Anteile variieren je nach Einnahmengrößenklasse und Organisationsform der Praxis. Generell lässt sich sagen: Je höher die Einnahmen, desto höher ist auch der Anteil an Privatabrechnungen daran. Höhere Einnahmen – höherer Privatanteil So lag der Anteil der Privatabrechnungen bei Praxen mit Einnahmen von 1 Mio. Euro und mehr bei über der Hälfte (53,0%) und der Kassenabrechnungen bei 45,0%. Erzielten die Praxen zwischen 300.000 und 500.000 Euro, so sind die Verhältnisse umgekehrt: Hier machten Kassenabrechnungen mit 59,9% weit mehr als die Hälfte der Einnahmen aus, der Anteil der Privatabrechnungen lag mit 38,3% weit unter dem Durchschnitt. Die höchste Einnahmengrößenklasse der Einzelpraxen liegt mit 50,8% GKV-Anteil und 47,7% Privat-Anteil etwa im Durchschnitt. Fachgleiche Berufsausübungsgemeinschaften der höchsten Einnahmengrößenklasse 1 Mio. Euro und mehr erzielten 46,2% aus der GKV und 51,6% privat. Im Vergleich mit allen Arztpraxen jeglicher Fachrichtung haben die Urologen einen weit höheren Anteil an Privatabrechnungen: Insgesamt beträgt der Anteil 28,0% bei 67,0% GKV-Anteil. Dagegen stammten nur 12,8% der Einnahmen der Praxen für Allgemeinmedizin, 13,4% der Einnahmen der Praxen des Fachgebiets Neurologie sowie 15,5% der Einnahmen von Praxen des Fachgebiets Kinder- und Jugendmedizin aus privater Abrechnung. Privatmedizin nimmt allgemein zu Interessant ist der Vergleich dieser Zahlen mit denen aus den Vorjahren: Im Jahr 2022 hatten Arztpraxen im Durchschnitt noch 71,1% ihrer Einnahmen aus Kassenabrechnung erwirtschaftet und 71,7% im Jahr 2021. Wie Destatis mitteilt, liegt für 2023 der niedrigste Wert für den GKV-Anteil seit der erstmaligen Veröffentlichung gesamtdeutscher Ergebnisse im Berichtsjahr 2000 vor. In den vergangenen Jahren war bei Arztpraxen ein Trend hin zu geringeren Einnahmenanteilen aus Kassenabrechnung zu verzeichnen, während die Einnahmen aus Privatabrechnung anteilig stiegen. Ein Grund für diese Entwicklung dürfte sein, dass die Zahl der reinen Privatpraxen in Deutschland steigt. Im Jahr 2023 gaben 6,5% der befragten Praxen an, keine Einnahmen aus Kassenabrechnung zu erzielen. 2022 betrug der Anteil der Privatpraxen noch 5,4%, 2021 waren es 3,8%. Zusätzlich gab es auch Verschiebungen innerhalb der Praxen, die nur oder auch Einnahmen aus Kassenabrechnung generiert haben. 2023 verzeichneten diese Praxen mit 70,3% anteilig weniger Einnahmen aus Kassenabrechnung als noch 2022 (73,6%), während der Anteil der Einnahmen aus Privatabrechnung auf 25,0% stieg (2022: 21,8%). Jährliche Stichprobe von maximal sieben Prozent der Praxen Die Angaben beruhen auf den Ergebnissen der Kostenstrukturstatistik im medizinischen Bereich, einer repräsentativen Stichprobenerhebung. Die Erhebung wird bundesweit bei höchstens 7% der Praxen durchgeführt und das Ergebnis auf die Gesamtheit aller Praxen hochgerechnet. Jährlich wird eine neue Stichprobe gezogen. Unter Einnahmen aus Kassenabrechnung sind Einnahmen aus ambulanter und stationärer kassen- und vertragsärztlicher Tätigkeit zu verstehen. Auch Einnahmen aus hausarztzentrierter Versorgung oder sogenannten Selektivverträgen zählen zu den Einnahmen aus Kassenabrechnung. Einnahmen aus Privatabrechnung umfassen Einnahmen aus ambulanter sowie stationärer privatärztlicher Tätigkeit. Einnahmen aus Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) sowie Einnahmen aus Selbstzahlerleistungen und Abrechnungen für Beihilfeberechtigte fallen ebenfalls unter Einnahmen aus privater Abrechnung. (ms/BIERMANN)
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