Prof. Thomas Liebig ist Direktor des neuen Instituts für Neuroradiologie

Zum 1. April hat Prof. Thomas Liebig den Lehrstuhl für Neuroradiologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und die Direktion des neu errichteten Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie übernommen, das aus der bisherigen Abteilung für Neuroradiologie hervorgegangen ist. Sein Vorgänger, Prof. Hartmut Brückmann, ist in den Ruhestand gegangen.

Der Facharzt für Radiologie und Neuroradiologie hat mit seiner Tätigkeit wesentliche Impulse in der Behandlung des Schlaganfalls gesetzt. Sie führten u.a. dazu, dass innovative Behandlungsansätze wie beispielsweise die Verwendung von Stentretrievern zur Thrombektomie erstmals vor beinahe zehn Jahren in München etabliert, evaluiert und später zum derzeitigen weltweiten Standardverfahren beim Hauptastverschluss von Hirnarterien akzeptiert wurden.

Das Leistungsspektrum des neuen Instituts für Neuroradiologie
Das Institut am Campus Großhadern versorgt Patienten des Klinikums der LMU mit diagnostischen und interventionell therapeutischen Leistungen im Bereich von Bildgebung und bildgesteuerter Therapie von Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS). Dies geschieht vornehmlich in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den unmittelbaren Partnerfächern Neurochirurgie, Neurologie, Neuropädiatrie und Psychiatrie und gilt ebenfalls für Fragestellungen aus den Fächern Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kieferchirurgie und Augenheilkunde – jeweils in enger Kooperation mit der vor einigen Monaten ebenfalls neu besetzten Klinik und Poliklinik für Radiologie durch Direktor Prof. Jens Ricke. Zur Bündelung der Synergien ist das Interdisziplinäre Schlaganfallzentrum München (ISZM) am LMU-Klinikum (mit Beteiligung des Instituts für Schlaganfall- und Demenzforschung /ISD) etabliert.

Vernetzung am Biotech-Standort: Masterplan für München
Prof. Liebig: „Ich verspreche mir besonderes Potenzial aus der Kooperation mit den zahlreichen in München, im Forschungszentrum Garching sowie am Campus Großhadern/Martinsried ansässigen Medizin- und Bio-technologiespezialisten und dem Biomedizinischen Zentrum (BMC). Des Weiteren werden wir uns aktiv an der zukunftsfähigen Neugestaltung des Campus Großhadern beteiligen und mitarbeiten, dass hier moderne patien-tenorientierte Zentrumsstrukturen mit optimalen Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten etabliert werden. Auch künftig sollen neue Entwicklungen in der Medizin rasch umgesetzt werden können.“

Patientenversorgung: Sprechstunden und ambulante Beratung
Im Zuge der allgemeinen positiven Entwicklung minimal invasiver Behandlungsverfahren ist auch die moderne Neuroradiologie Teil der Primärversorgung insbesondere neurovaskulärer Erkrankungen. Der Klinikchef: „Spätestens seit Anfang 2015 ein vollständiger Paradigmenwechsel in der akuten Schlaganfallbehandlung eingetreten ist, kann die Behandlung neurovaskulärer Erkrankungen nur im Verbund mit einer leistungsfähigen Neuroradiologie sinnvoll erfolgen. Zu diesem Zweck planen wir eigene Sprechstunden und ambulante Beratungsmöglichkeiten für Ärzte und Patienten.“

Seit 2010 hatte der gebürtige Bremer eine W2-Professur und die Leitung der Neuroradiologie an der Uniklinik Köln inne, zuletzt folgte er dem Ruf an die Berliner Charité in 2015, wo er ebenfalls das Institut für Neuroradiologie leitete.

Quelle
Klinikum der Universität München
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