Progression von platinsensitivem rezidivierten Eierstockkrebs unter PARPi-Erhaltungstherapie26. Juli 2024 Foto: © SewcreamStudio/stock.adobe.com Bei fast der Hälfte der in einer Studie untersuchten Patientinnen mit platinsensitivem rezidivierten Eierstockkrebs (PSROC), die zur Erhaltung einen PARPi erhielten, lag keine Krebsantigen-125(CA-125)-Progression vor. Das hat eine aktuelle Untersuchung des Gynecologic Cancer Intergroup Meta-Analysis Committee gezeigt und stellt damit die aktuellen Leitlinien infrage. Gemäß der Leitlinien-Empfehlung wird CA-125 häufig zur Diagnose von Rezidiven eines Ovarialkarzinoms eingesetzt. Die Krux dabei: Der Wert von CA-125 als Surrogat für die ProgrPD und seine Übereinstimmung mit dem radiologischen Verlauf sind unklar, insbesondere bei Frauen mit platinsensitivem rezidivierten Eierstockkrebs (PSROC), die auf eine Chemotherapie angesprochen haben und mit einem Poly(ADP-Ribose)-Polymerase-Inhibitor (PARPi) zur Erhaltungstherapie behandelt werden. Verlauf der Studie Regelmäßige Computertomographien sollten als Teil der Überwachung in Betracht gezogen werden, insbesondere bei Patientinnen mit normalem CA-125 zu Beginn der Erhaltungstherapie und während der Behandlung, bilanziert das Team um Dr. Angelina Tjokrowidjaja von der University of Sydney, Australien. In seiner gepoolten Analyse von vier randomisierten Studien zur Erhaltungstherapie mit PARPi oder Placebo (Studie 19, SOLO2, ARIEL3 und NOVA) wurden Daten zur CA-125-PD extrahiert, wie sie in den Kriterien der Gynecologic Cancer InterGroup und RECIST v1.1 definiert sind. Anschließend evaluierten die Autoren die Übereinstimmung zwischen CA-125 und RECIST-PD und ermittelten den negativen Vorhersagewert (NPV) sowie den positiven (PPV). Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, hatten von 1262 Teilnehmerinnen (n=818 PARPi, n=444 Placebo) 403 (32%) eine CA-125-PD. Von diesen zeigten 366 eine übereinstimmende RECIST-PD (PPV 91%; 95%-KI 88-93). Von 859 (68%) ohne CA-125-PD hatten jedoch 382 keine RECIST-PD (NPV 44%; 95%-KI 41-48]). Innerhalb der Behandlungsgruppen sei der PPV hochgeblieben (PARPi 91%; 95%-KI 86-94; Placebo 91%; 95%-KI 86-95), aber der NPV war unter Placebo niedriger (PARPi 53%; 95%-KI 49-57; Placebo 25%; 95%-KI 20-31). Von 477 Frauen mit RECIST-only-PD hatten die meisten (95%) zu Beginn der Erhaltungstherapie einen normalen CA-125-Wert und bei der Mehrheit (n=304; 64%) blieb der CA-125-Wert im Normbereich. Darüber hinaus beobachtete das Team, dass Rezidive in soliden Organen ohne Peritonealerkrankung bei Patientinnen mit RECIST-only-PD häufiger auftraten als bei jenen mit CA-125- und RECIST-PD (36% vs. 24%; P<0,001). (sf)
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