Prostatakrebs: Bimodal sichtbare Läsionen mit höherer Wahrscheinlichkeit klinisch signifikant5. Februar 2025 Transrektale Ultraschall-Untersuchung der Prostata. Schemazeichnung: inspiring.team – stock.adobe.com Die Erkennungsrate von klinisch signifikantem Prostatakrebs (csPCa) ist höher bei Läsionen, die sowohl bei der Magnetresonanztomographie (MRT) als auch mit transrektalem Ultraschall (TRUS) sichtbar sind. Das ergibt eine aktuelle Studie der Hamburger Martini-Klinik. Die Autoren um Dr. Fabian Falkenbach untersuchten die Erkennungsraten von csPCa bei Patienten mit einer einzelnen MRT-Läsion, die während der Biopsie im TRUS sichtbar bzw. unsichtbar war. CsPCa war dabei als Grad ≥2 nach International Society of Urological Pathology (ISUP) definiert. Dazu erstellten sie retrospektive Analysen von Patienten, bei denen zwischen 2017 und 2022 eine gezielte und systematische Biopsie der Prostata wegen einer im MRT sichtbaren Läsion (Score im Prostate Imaging-Reporting and Data System [PI-RADS] ≥3) durchgeführt wurde. TRUS-Sichtbarkeit, PI-RADS-Score und klinische Parameter wurden prospektiv aufgezeichnet. Insgesamt schlossen die Urologen 277 aufeinanderfolgende Patienten mit einer im MRT sichtbaren Läsion in ihre Untersuchung ein. Bei 147/277 (53%) war eine korrelierende Läsion im TRUS vorhanden. Das mediane Alter, der PSA-Wert und das Prostatavolumen betrugen 68,0 Jahre (IQR 62,0–73,0), 7,3 ng/ml (IQR: 5,4–10,8) bzw. 45,0 cm3 (IQR: 32,0–68,0). Die Baseline-Parameter unterschieden sich nicht signifikant zwischen den beiden Gruppen. CsPCa wurde bei 59/130 (45%) Patienten ohne und bei 102/147 (69%) Patienten mit einer entsprechenden TRUS-Läsion nachgewiesen. In der multivariablen logistischen Regressionsanalyse zur Vorhersage von csPCa erreichten die Sichtbarkeit der Läsion im TRUS und der PI-RADS-Score den Status eines unabhängigen Prädiktors (TRUS-Sichtbarkeit: OR 2,13; KI 1,14-4,03; p=0,02; PI-RADS 4: OR 7,28; KI 3,33–17,19; PI-RADS 5: OR 13,39; KI 5,27–36,83; p<0,001). „Bimodal sichtbare Läsionen beherbergten häufiger csPCa und waren leichter zu erkennen“, schlussfolgern die Mediziner. Da sich die TRUS-Sichtbarkeit von MRT-Läsionen als ein unabhängiger Prädiktor für csPCa erwies, sei eine Schulung in beiden Modalitäten unerlässlich. Sie raten dazu, trotz der hohen Bedeutung, welche die MRT inzwischen für die Diagnostik erlangt hat, auch den Ultraschall weiterhin sorgfältig zu erforschen. (ms)
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