Protonenpumpeninhibitoren: Keine Hinweise auf erhöhte kardiovaskuläre Risiken innerhalb der ersten zehn Jahre3. März 2022 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Protonenpumpeninhibitoren (PPI) werden kurzfristig gut vertragen und häufig zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt, die durch eine übermäßige Magensäureproduktion gekennzeichnet sind. Seit mehr als einem Jahrzehnt werden PPI rezeptfrei verkauft und häufig ohne ärztliche Aufsicht konsumiert. Das Langzeitrisiko der PPI-Einnahme hat in den letzten Jahren erhebliche Aufmerksamkeit erregt, wobei große Kohortenstudien die Einnahme von PPI mit einem erhöhten langfristigen kardiovaskulären Risiko in Verbindung gebracht haben. Deutsche Forschende bewerteten nun das Langzeitrisiko für einen Myokardinfarkt (MI) und ischämischen Schlaganfall (IS) in Assoziation mit einer PPI-Therapie vs. eine Behandlung mit H2-Rezeptor-Antagonisten (H2-RA) bei Erwachsenen ohne kardiovaskuläre oder zerebrovaskuläre Erkrankungen. Unter Verwendung von administrativen Leistungsdaten (2008–2018) wurden in einer Studie das MI- und IS-Risiko bei neuen PPI- vs. H2-RA-Anwendern bewertet. Die Behandlung wurde anhand der ausgestellten Verschreibungen ermittelt und die MI- und IS-Raten wurden anhand von Codes der Krankenhausentlassungen identifiziert. Eine Adjustierung um etwaige Störfaktoren wurde vorgenommen und die Hazart Ratio mit Cox-Modellen geschätzt. Die Erstellung von Überlebenskurven erfolgte mit Kaplan-Meier-Analysen. Auf diesem Weg konnten 1.143.948 neue Anwender von PPI und 36.229 neue Anwender von H2-RA ermittelt werden, die keine kardiovaskulären oder zerebrovaskulären Erkrankungen aufwiesen. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 6,2 Jahre bei PPI-Neueinsteigern und 5,3 Jahre bei Patienten, die erstmalig H2-RA anwendeten. Nach 10 Jahren lagen die Hazard Ratio für MI und IS bei 0,96 (95%-KI 0,80–1,16) bzw. 0,98 (95%-KI 0,89–1,08). Fazit Zusammengefasst ergab diese Analyse der Leistungsdaten eines großen deutschen Krankenversicherers somit keinerlei signifikante Hinweise darauf, dass eine PPI-Therapie das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls oder eines Heizinfarktes in den ersten 10 Jahren nach dem Beginn einer solchen Behandlung erhöhen könnte. (je) Autoren: Nolde M et al. Korrespondenz: Michael Nolde; [email protected] Studie: The long-term risk for myocardial infarction or stroke after proton pump inhibitor therapy (2008-2018) Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2021;54(8):1033–1040. Web: https://doi.org/10.1111/apt.16565
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