PSC: Suche nach neuen Behandlungsansätzen im Projekt StopPSC

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Etwa eine von 10.000 Personen in Deutschland leidet an einer Primär sklerosierenden Cholangitis (PSC). Bisher können lediglich deren Symptome behandelt werden. Forschende arbeiten nun an einem neuen therapeutischen Ansatz.

Ein Team der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des Helmholz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) erforschen im Rahmen des Projektes StopPSC (Sialidase targeting pathoblocker therapy for primary sclerosing cholangitis) einen Ansatz auf Basis von Grippemedikamenten. „Wir entwickeln maßgeschneiderte Therapien für die primäre sklerosierende Cholangitis mithilfe optimierter Wirkstoffe, um die Prognose von Patientinnen und Patienten zu verbessern“, erklärt Projektsprecher Prof. Benjamin Heidrich aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie, Infektiologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH).

Forschungsteam entwickelt Pathoblocker gegen Sialidasen bei PSC

Grundlage für die Forschungsarbeit ist, dass in den Gallengängen eine komplexe Gemeinschaft verschiedener Bakterienarten lebt. Dabei geht es nicht um die Bakterien an sich, sondern um die von ihnen produzierten Enzyme: Die Sialidasen greifen die Zellen der Gallengänge an, sodass diese nicht mehr vor der Gallensäure geschützt sind und sich entzünden. Im Projekt StopPSC wollen die Forschenden nun einen Wirkstoff entwickeln, der die Sialidasen gezielt hemmen kann.

Das Team untersucht zunächst am Computer und dann im Labor, ob bestimmte Grippemedikamente stark und genau genug wirken. Anschließend wollen sie herausfinden, wie die Wirkstoffe in die Gallenwege kommen und wie sich dort gut verteilen können. Ihr Ziel ist, ein Patent zu entwickeln, das Firmen zur klinischen Anwendung bringen können.

Das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung unterstützen das Projekt im Rahmen des Programms „zukunft.niedersachsen“ mit zwei Millionen Euro. Das Programm fördert Projekte, die neue Diagnosen und Therapien für seltene Erkrankungen entwickeln wollen. StopPSC baut auf der bisherigen Forschung im Rahmen des Exzellenzclusters RESIST und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF) auf. Das DZIF unterstützt StopPSC ebenfalls finanziell.

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