Psoriasis: Studie legt Grundstein für neue Behandlungsstrategie7. Juli 2022 Foto: SNAB – stock.adobe.com Im Rahmen einer Studie hat nun ein Forschungsteam der MedUni Wien einen zentralen Ansatzpunkt entdeckt, mit dem die Entzündungen sowohl bei Psoriasis als auch bei Psoriasis-Arthritis gebremst werden können. Die Ergebnisse können die Basis für die Entwicklung neuer Behandlungs-, Diagnose- und Präventionsstrategien bilden. In Österreich leiden rund 250.000 Menschen an Schuppenflechte (Psoriasis). Ein Drittel von ihnen entwickelt in Folge der chronischen Hauterkrankung Entzündungen der Gelenke (Psoriasis-Arthritis). Im Mittelpunkt der Studie der Forschungsgruppe um Erwin Wagner (Universitätsklinik für Dermatologie und Klinisches Institut für Labormedizin der MedUni Wien) stand das Gen S100A9, das schon länger den Fokus ihrer international viel beachteten wissenschaftlichen Untersuchungen zur Schuppenflechte bildet. Jetzt entdeckte das Team, dass der Schweregrad von Psoriasis (Ps) und Psoriasis-Arthritis (PsA) positiv beeinflusst werden kann, wenn S100A9 nicht lokal auf der Haut, sondern systemisch im ganzen Körper gehemmt wird. Mit dieser Erkenntnis legen die Forscher:innen der MedUni Wien den Grundstein für einen Paradigmenwechsel in der Therapie von Ps und PsA: „Unsere Studie ist ein wichtiger Schritt zur Entwicklung zielgerichteter Therapiemöglichkeiten in Form von Medikamenten, die nicht lokal auf der Haut, sondern systemisch wirken“, bekräftigt Wagner. Auch neue Diagnose- und Präventionsstrategien können auf die Studie aufbauen. In präklinischen Experimenten entschlüsselt Psoriasis ist eine der häufigsten chronisch entzündlichen Erkrankungen der Haut, die auch auf die Gelenke übergreifen kann. Als Auslöser für die meist erst im Erwachsenenalter auftretende Erkrankung gelten u. a. Stress oder UV-Strahlung. Die Veranlagung für Ps kann aber auch vererbt werden. Als Risikofaktor für die Entwicklung von Ps bzw. PsA wurde die Aktivierung von S100A9 in Haut- und Immunzellen identifiziert. Wie frühere Grundlagenforschungen des Teams um Wagner an der MedUni Wien gezeigt haben, verschwinden die Symptome der Schuppenflechte, wenn das S100A9-Gen in allen Zellen des Körpers inaktiviert wird. Welchen Einfluss speziell die Haut- und Immunzellen, in denen S100A9 produziert wird, auf die Schwere der Erkrankung haben, konnte in den aktuellen präklinischen Experimenten entschlüsselt werden. „Wir wissen nun, dass die Entzündungsreaktionen bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis verstärkt werden, wenn S100A9 nur in den Hautzellen inhibiert wird“, fasst Erwin Wagner das zentrale Studienergebnis zusammen. Daher müssen Medikamente, die S100A9 inhibieren, systemisch in Form von Tabletten oder Infusionen verabreicht werden.
Mehr erfahren zu: "Potenzial agentischer KI für das Gesundheitssystem" Potenzial agentischer KI für das Gesundheitssystem Das Gesundheitssystem steht – nicht nur durch den demografischen Wandel – vor Herausforderungen. Wie agentische KI künftig helfen kann, diese zu bewältigen zeigt eine Publikation der Leopoldina auf.
Mehr erfahren zu: "Gematik beschließt Fahrplan für die Modernisierung der TI" Gematik beschließt Fahrplan für die Modernisierung der TI Technisch einfacher, weniger störanfällig, neue Verantwortlichkeiten – die Gematik hat einen Plan vorgelegt, wie die Telematik-Infrastruktur (IT) zukunftsfest werden kann. Aus der Industrie kommen Kritik und die Forderung nach mehr […]
Mehr erfahren zu: "Ottobock findet Käufer für Thüringer Rollstuhlsparte" Ottobock findet Käufer für Thüringer Rollstuhlsparte Ein Standort mit Geschichte: Ottobock kehrte 1991 zum einstigen Stammsitz in Königsee zurück ‒ jetzt wird das Werk mit 270 Beschäftigten verkauft.