Psychiatrische Station speziell für junge Erwachsene22. März 2023 Junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren sind besonders anfällig für psychische Erkrankungen. Allerdings gestaltet sich der Übergang von der Jugend- zur Erwachsenenpsychiatrie oft schwierig. Daher gibt es in der Forschungsklinik des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie (MPI) ab sofort eine sogenannte Transitionsstation genau für diese Altersgruppe. Für Heranwachsende in einer Krisensituation gilt es, diese schwierige Lebensphase zu meistern und die nächsten Schritte anzustoßen. Wichtig ist, möglichst frühzeitig abzuklären, was hinter den Symptomen stecken kann. „Das ist wie eine Weichenstellung für das zukünftige Leben. Es geht darum, frühzeitig Erkrankungsrisiken zu erkennen und mit einer individuellen Behandlung das Risiko einer Wiedererkrankung oder gar Chronifizierung zu vermindern“, weiß Interim Ärztlicher Leiter Prof. Peter Falkai. „Schon bevor die jungen Patienten zu uns kommen, machen wir uns in einem ersten Gespräch ein Bild von ihnen und versuchen, Hemmschwellen abzubauen“, berichtet die Leiterin der Station, Dr. Claudia Leucht. Im jungen Erwachsenenalter sind Symptome häufig noch unspezifisch und lassen sich schwer eindeutig diagnostisch einordnen. Häufig verkomplizieren auch komorbide Störungen wie Sucht oder Essstörungen oder Entwicklungsrückstände die Diagnose. Deshalb legen die Experten an der Forschungsklinik Wert auf eine ausführliche Diagnostik, unter anderem mit einer neuropsychologischen Testung. Die neuropsychologische Abteilung am MPI ermöglicht dann ein defizit- und ressourcenorientiertes Training während des gesamten meist vier- bis fünfwöchigen Aufenthaltes. Die Therapie ist vielfältig und individuell angelegt: Verschiedene Elemente der Psychotherapie mit einem Schwerpunkt auf Schematherapie kommen immer zum Einsatz. Eine Besonderheit der MPI-Forschungsklinik ist dabei der generationenübergreifende Ansatz: Auch wenn die Jugendlichen primär unter sich sind, so sind sie eingebettet in eine Station mit älteren Patienten. „Junge lernen von Älteren und umgekehrt, das ist eine Chance, die wir nicht ungenutzt lassen“, so die Einschätzung von Oberärztin Leucht. Gegebenenfalls wird die Therapie durch eine medikamentöse Behandlung ergänzt. Die sozialpädagogische Unterstützung und die Arbeits-, Ergo- und Sporttherapie sind weitere Bausteine der Behandlung, damit die jungen Menschen auf den Wiedereinstieg in Schule, Ausbildung oder Beruf vorbereitet werden.
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