Psychische Belastungen bei Müttern erhöhen das Asthmarisiko ihrer Kinder7. August 2024 © Pixel-Shot – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Analyse von Daten zu 2056 Mutter-Kind-Paaren aus 3 prospektiven Schwangerschaftskohorten zeigt, dass das Risiko für Atemwegsprobleme im Kindesalter mit der Zunahme von belastenden Lebensereignissen (PSLEs) seitens der Mutter steigt. Dies gelte insbesondere bei männlichen Nachkommen, schreiben die Verfasser der in den „Annals of Allergy, Asthma & Immunology“ publizierten Arbeit. Wissenschaftler haben Zusammenhänge zwischen pränatalem Stress und Wheezing bzw. Asthma in der Kindheit untersucht und Faktoren bewertetet, die Effekte von Stress modifizieren könnten. Informationen zu während der Schwangerschaft von der Mutter durchlittenen PSLEs sammelten die Forschenden mithilfe eines Fragebogens (Pregnancy Risk Assessment Monitoring System Stressful Life Events). Zudem machten die jeweiligen Eltern mittels standardisierter Fragebögen Angaben zu den Outcomes bezüglich Wheezing bzw. Asthma (definiert als Asthma irgendwann im bisherigen Leben, aktuelles Wheezing, aktuelles Asthma, „striktes“ Asthma [Asthma irgendwann im bisherigen Leben und aktuelles Wheezing oder asthmaspezifische Medikation]) bei ihren 4–6 Jahre alten Kindern. Mithilfe einer modifizierten Poisson-Regression mit robusten Standardfehlern (SEs) errechneten die Wissenschaftler die Risikoverhältnisse (RRs) und das 95%-KI pro Erhöhung von PSLE um 1 Einheit, wobei Störfaktoren berücksichtigt wurden. Zudem beurteilte die Arbeitsgruppe die Effektmodifikation anhand des Geschlechtes des Kindes, der Asthmaanamnese der Mutter, traumatischer Lebensereignisse der Mutter in der Kindheit, die Verfügbarkeit von Ressourcen auf lokaler Ebene und danach, ob die Mutter gestillt hatte. Es war ein signifikant erhöhtes Risiko für aktuelles Wheezing bei zunehmenden PSLEs festzustellen (RR 1,09; 95%-KI 1,03–1,14), für die übrigen Outcomes galt diese Beobachtung jedoch nicht. Erstautorin Elisa Daffré von der Abteilung für Thoraxchirurgie des Cochin Hospital in Paris (Frankreich) und Kollegen ermittelten eine signifikante Effektmodifikation durch das Geschlecht des Kindes für striktes Asthma (pInteraktion=0,03), wobei die Risiken bei Jungen erhöht waren (RR 1,10; 95%-KI 1,02–1,19), aber nicht bei Mädchen. Bei allen anderen Endpunkten stellte sich eine signifikante Steigerung der Risiken bei Jungen, nicht aber bei Mädchen heraus, obwohl es keine statistisch signifikanten Hinweise auf eine Effektmodifikation gab. Die Forschenden fanden nach eigenen Angaben keine Hinweise auf eine Effektmodifikation durch andere Faktoren (pInteraktion>0,05). Fazit Das Risiko von Atemwegserkrankungen in der Kindheit steigt mit der Zunahme von belastenden Lebensereignissen seitens der Mutter, insbesondere bei Jungen. (ac) Autoren: Adgent MA et al. Korrespondenz: Margaret A. Adgent; [email protected] Studie: Maternal stressful life events during pregnancy and childhood asthma and wheeze Quelle: Ann Allergy Asthma Immunol 2024;132(5):594–601.e3. Web: https://doi.org/10.1016/j.anai.2023.12.015
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