Psychische Gesundheit und Verlauf von Lungenkrebs, COPD und Tuberkulose16. Mai 2018 Foto: © Elnur/Fotolia In einer nach ihrem Kenntnisstand ersten epidemiologischen Studie dieser Art hat eine dänische Arbeitsgruppe auf nationaler Ebene den Einflusses psychischer Komorbiditäten auf den Verlauf einer chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), auf Lungenkrebs und Tuberkulose untersucht. Ihre Ergebnisse, so schreiben die Wissenschaftler in „Respiratory Medicine“, unterstreichen, wie wichtig die Identifizierung der genannten Atemwegserkrankungen bei Patienten mit psychischen Erkrankungen ist. Die Forscher arbeiteten mit Daten aus dem Danish National Patient Registry (1998–2009) zum ökonomischen Hintergrund der Betroffenen, ihrem Geschlecht, Bildungsstand, Komorbiditäten, Alter zum Zeitpunkt der Diagnose und des Ablebens, zu Medikation und Todesursache. Identifiziert wurden 71.874 Patienten, die an einer COPD litten. Davon wiesen 32.282 bereits vorher eine psychische Begleiterkrankung auf. Von 20.787 Lungenkrebspatienten waren 8406 und von 3495 Tuberkulosepatienten 797 psychisch erkrankt. Innerhalb der 3 Krankheitsgruppen wurden Patienten mit und ohne psychische Komorbiditäten in der Vorgeschichte miteinander verglichen. Die Studienautoren stellten fest, dass bei COPD- und Tuberkulosepatienten mit bereits vorher bestehender psychischer Erkrankung das Überleben reduziert war. Bei allen 3 Lungenerkrankungen wurde bei Patienten mit psychischen Komorbiditäten ein signifikant höheres Alter zum Zeitpunkt der Diagnose (p<0,001) festgestellt sowie ein höherer Deyo-Charlson-Komorbiditätsindex (p<0,001). Auch waren alleinstehende Personen überrepräsentiert (p<0,001). Bei COPD- und Lungenkrebspatienten mit einer gleichzeitigen psychischen Erkrankung waren Frauen signifikant überrepräsentiert (p<0,001). Patienten, die an einer COPD und an einer psychischen Erkrankung litten, verstarben am häufigsten an einem Bronchialkarzinom (24 %). Fortgeschrittenes Alter und der Deyo-Charlson-Index waren den Studienautoren zufolge mit einer höheren Mortalitätsrate assoziiert, während Frauen und verheiratete bzw. in einer Partnerschaft lebende Patienten mit psychischer Komorbidität eine geringere Mortalitätsrate aufwiesen.
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