Radioligandentherapie erfolgreich bei vorbehandeltem mCRPC4. Juni 2021 Das Schwermetall Lutetium gehört zu den Lanthanoiden. Sein radioaktives Isotop mit der Massenzahl 177 (Halbwertszeit: 6,734 Tage) ist ein Betastrahler und wird zur Radioligandentherapie benutzt. Foto: Bjoern Wylezich – stock.adobe.com Die Radioligandentherapie mit Lutetium-177-PSMA-617 verbesserte in einer Studie mit Patienten, die wegen eines metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCRPC) bereits vorbehandelt waren, die Überlebensraten. Die Studie wurde am 06.06.2021 beim virtuellen Kongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) vorgestellt. VISION ist eine internationale, offene Phase-III-Studie mit Lu-177-PSMA-617 zur Behandlung von Patienten mit mCRPC, die zuvor mit Inhibitoren des Androgenrezeptor-Signalwegs und einer oder zwei Taxan-Chemotherapien behandelt worden waren. Weitere Voraussetzung war, dass der Tumor das Prostataspezifische Membranantigen (PSMA) exprimierte. PSMA ist ein Transmembranprotein, das bei etwa 80 % der Patienten mit Prostatakrebs, auch bei metastasierenden Erkrankungen, stark exprimiert wird. Lu-177-PSMA-617 ist eine radioaktive Verbindung, die an PSMA bindet und so eine gezielte Strahlungsabgabe an den Tumor und die umgebende Mikroumgebung ermöglicht. Insgesamt 831 Patienten wurden 2:1 randomisiert und erhielten Lu-177-PSMA-617 plus Standardbehandlung oder nur Standardbehandlung. Die primären Endpunkte waren das radiologische progressionsfreie Überleben (rPFS), bestimmt durch Röntgenaufnahmen, und das Gesamtüberleben (OS). In der Studie verbesserte die Zugabe der Prüfsubstanz zum Behandlungsstandard das rPFS im Vergleich zum Behandlungsstandard allein mit einem Median von 8,7 Monaten im Vergleich zu 3,4 Monaten signifikant. Auch das OS war mit einem Median von 15,3 Monaten gegenüber 11,3 Monaten signifikant verbessert. Unter Lu-177-PSMA-617 wurden mit 52,7 % mehr hochgradige behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse beobachtet als mit der Standardbehandlung (38,0 %). Es gab aber keine unerwarteten oder bedenklichen Sicherheitssignale. „Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Lu-177-PSMA-617 in dieser Patientenpopulation als neuer Behandlungsstandard in Betracht gezogen werden sollte“, sagte Hauptautor Michael J. Morris, MD, der Leiter der Abteilung für Prostatakrebs beim Sloan-Kettering-Krebszentrum in New York, USA. „Diese neuartige gezielte Strahlentherapie könnte einen erheblichen Bedarf an Patienten mit mCRPC decken, das trotz Chemotherapie und gezielter Antiandrogentherapie fortgeschritten ist. Der Erfolg dieser Behandlung unterstreicht die Bedeutung der Untersuchung von Alternativen zu herkömmlichen Krebstherapien“, kommentierte ASCO-Präsidentin Lori J. Pierce. Der Arzneimittelhersteller Novartis plant nach Angaben der ASCO, diese Daten an die Zulassungsbehörden weiterzugeben. (ASCO / ms)
Mehr erfahren zu: "Mpox weitet sich in Berlin auf weitere Personengruppen aus" Mpox weitet sich in Berlin auf weitere Personengruppen aus Bislang betraf Mpox vor allem Männer, die Sex mit Männern haben. Neue Zahlen aus Berlin weisen darauf hin, dass Übertragungen zunehmend auch bei sexuellen Kontakten zwischen Männern und Frauen auftreten.
Mehr erfahren zu: "Ärztepräsident: Ausländische Ärzte werden dringend gebraucht" Ärztepräsident: Ausländische Ärzte werden dringend gebraucht Ausländische Ärzte sind für Deutschland unverzichtbar, sagt Ärztepräsident Reinhardt. Und er stellt sich damit gegen Forderungen der AfD.
Mehr erfahren zu: "Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs" Hoffnungsträger im Kampf gegen Krebs Bei der Suche nach neuen Therapieansätzen, die in das unkontrollierte Wachstum der Tumorzellen eingreifen, rückte eine Klasse von Enzymen, die Cyclin-abhängigen Kinasen (CDKs), in den Blickpunkt. Denn diese Enzymfamilie spielt […]