Randomisierte Studien zur Rhinosinusitis24. September 2019 Foto: ©sharaku1216/Adobe Stock Wie steht es um die Registrierungspraktiken für randomisierte klinische Studien (RCT) bei Rhinosinusitis (RS)? In einem Review von publizierten RCT kommen Ross et al. zu dem Ergebnis, dass lediglich etwas mehr als die Hälfte dieser Studien eine Studienregistrierung aufweisen. Etwa 31 % der 179 RCT wiesen mindestens 1 schwerwiegende Unstimmigkeit zwischen Studienregistrierung und Publikation auf. Die Autoren bezeichnen die Praktiken hinsichtlich der Registrierung von RCT bei RS als besorgniserregend; eine strikte Adhärenz gemäß den Richtlinien zur RCT-Registrierung sowie die Durchsetzung einer akkuraten Berichterstattung werden, so die Autoren, die Evidenz hinter der klinischen Entscheidungsfindung stärken. RCT spielen bei der Entwicklung von Leitlinien sowie bei der klinischen Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle, doch bislang ist wenig über die Registrierungspraktiken bei RCT zur Diagnose und Behandlung der Rhinosinusitis bekannt. Als Primärziel des Reviews galt die Häufigkeit der Registrierungsnummern von RCT zu RS nach Autorenschaft. Als Sekundärziel diente die Rate selektiver Berichtsverzerrungen in RCT, die prospektiv registriert wurden. Ein 3. Zielpunkt wurde von der Häufigkeit von RCT-Publikationen auf ClinicalTrials.gov gebildet. Die Auswahl der Studien stammte aus einer PubMed-Suche, bei der die Stichworte „Sinusitis ODER Rhinosinusitis ODER Rhinitis“ auftraten; anschließend wurden die Studien nach Datum (Januar 2015 bis Oktober 2017) und Studientyp (RCT) gefiltert. Insgesamt 179 RCT wurden hinsichtlich des Primärzieles analysiert: 94 (52,5 %) der Studien wiesen in der Publikation eine Registrierungsnummer auf; 70 (39,1 %) Studien wurden für eine Ergebnisanalyse zur selektiven Berichtsverzerrung herangezogen. Von diesen 70 RCT wiesen 22 (31 %) mindestens 1 schwerwiegende Diskrepanz zwischen der Studienregistrierung und der Publikation auf. Hinsichtlich des 3. Zielpunktes ergab sich, dass 52 klinische Untersuchungen auf ClinicalTrials.gov identifiziert werden konnten, von denen 21 (40 %) in der Registrierung eine Publikation aufführten. Die Autoren ziehen das Fazit, dass viele zum Themengebiet Rhinosinusitis publizierte RCT keine Registrierungsnummer aufweisen und dass registrierte RCT häufig nicht publiziert werden. Darüber hinaus, so schreiben sie, wiesen registrierte RCT häufig selektive Berichtsverzerrungen hinsichtlich des Studienergebnisses auf und favorisierten positive Resultate. (am)
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