Rauchen in der Schwangerschaft: ADHS-Risiko verdreifacht5. März 2019 Rauchen gefährdet die Gesundheit: In der Schwangerschaft kann es sogar das ADHS-Risiko für das Ungeborene fast verdreifachen. ©Fotolia.com/Africa Studio Nikotinkonsum während der Schwangerschaft kann eine Reihe von Entwicklungsstörungen beim ungeborenen Kind begünstigen. Eine finnische Studie legt nahe, dass das ADHS-Risiko (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) um das Dreifache steigen kann. Je höher die Cotinin-Spiegel im Blut der Schwangeren war, desto größer war dabei das Risiko für eine ADHS, so eine epidemiologische Studie von Prof. Roshan Chudal von der Universität von Turku. Gemeinsam mit Kollegen ging Chudal der Frage nach, welchen Einfluss maternales Rauchen auf das ADHS-Risiko beim ungeborenen Kind hat. „Bisherige Studien zu dem Thema basierten auf maternale Selbstberichte, was dazu geführt hat, dass die eigentlichen Raten zu niedrig ausfallen“, so Chudal. „Insbesondere schwangere Frauen haben seltener angegeben, zu rauchen.“ Dagegen sei die Messung des Cotinin-Spiegels zuverlässiger. Cotinin im Blut weist auf eine Nikotin-Exposition hin. Nachteil dieses Verfahrens ist allerdings, dass auch jene miterfasst werden, die eine Nikotinersatztherapie erhalten oder Passivraucher sind. Für die finnische Studie wurden 1079 ADHS-Fälle und eine gleiche Anzahl an gematchten Kontrollen ausgewählt. Die Kinder waren zwischen 1998 und 1999 geboren worden. Die maternalen Cotinin-Spiegel wurden anhand von Blutproben aus dem ersten und zweiten Trimester bestimmt, die in der finnischen Biobank gelagert waren. Nach Herausberechnung verschiedener Störfaktoren wie der sozioökonomische Status der Mutter oder die paternale Psychopathologie kamen die Forscher auf ein Odds Ratio (OR) von 1,09 für maternales Rauchen und ADHS beim Kind. War die Nikotinexposition besonders hoch (>50 ng/ml Cotinin), stieg das OR auf 2,21 an; im höchsten Dezil lag das OR bei 3,34. Vor dem Hintergrund, dass etwa 12,5% aller finnischen Schwangeren geraucht haben, seien die Ergebnisse bedenklich, so Prof. Andre Sourander, Studienleiter. Weitere Studien müssten durchgeführt werden, um den Zusammenhang zwischen maternalem Rauchen, umweltbezogene, genetische und epigenetische Faktoren besser zu verstehen.
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