Rauchen wichtiger Risikofaktor für postprandiales Distress-Syndrom

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Es ist unklar, ob die Funktionelle Dyspepsie (FD) oder das Reizdarmsyndrom (RDS) mit dem Rauchen zusammenhängen und auch eine Raucherentwöhnung ist bislang noch nicht Teil der Routineberatung für diese Patienten. Australische Forschende untersuchten daher nun, ob Rauchen ein unabhängiger Risikofaktor für FD und RDS ist.

Als Datengrundlage dienten dafür 3 bevölkerungsbezogene Endoskopiestudien aus Schweden mit insgesamt 2560 Personen aus der Allgemeinbevölkerung (Durchschnittsalter: 51,5 Jahre; 46% Männer). Ein RDS (14,9%), eine FD (33,5%) und die damit verbundenen Symptome wurden anhand eines validierten Fragebogens zu abdominalen Symptomen erfasst.

Informationen zum Rauchen (17,9%) wurde anhand standardisierter Fragen während eines Klinikbesuchs erhoben. Die Beurteilung der Auswirkung des Rauchens auf den Symptomstatus erfolgte mittels einer Metaanalyse der Daten einzelner Personen mithilfe einer logistischen Regression mit gemischten Effekten, die für Schnupfen, Alter und das Geschlecht angepasst wurden.

Personen, die Zigaretten rauchten, berichteten über eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit für ein postprandiales Distress-Syndrom (FD-PDS) (OR 10–19 Zigaretten/Tag: 1,42; 95%-KI 1,04–1,98; p=0,027 und OR ≥20 Zigaretten/Tag: 2,16; 95%-KI 1,38–3,38; p=0,001), nicht aber für epigastrische Schmerzen.

Personen, die ≥20 Zigaretten/Tag rauchten, berichteten über eine signifikant höhere Wahrscheinlichkeit eines RDS vom Diarrhoe-Typ (OR 2,40; 95%-KI 1,12–5,16; p=0,025), Diarrhoe (OR 2,01; 95%-KI 1,28–3,16; p=0,003), Harndrang (OR 2,21; 95%-KI 1,41–3,47; p=0,001) und Flatus (OR 1,77; 95%-KI 1,14–2,76; p=0,012) als Nichtraucher. Rauchen war hingegen nicht mit einem RDS vom Obstipationstyp oder einem RDS mit gemischten Symptomen assoziiert.

Fazit
Die Autoren resümieren, dass Rauchen ein wichtiger umweltbedingter Risikofaktor für das postprandiale Distress-Syndrom ist, welches die häufigste FD-Subgruppe repräsentiert. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit eines FD-PDS bei starken Rauchern um das >2-Fache erhöht. Die Rolle des Rauchens bei einem RDS vom Diarrhoetyp, nicht aber vom Obstipationstyp, erscheint ebenfalls beachtenswert. (je)

Autoren: Talley NJ et al.
Korrespondenz: Nicholas J. Talley,; [email protected]
Studie: Role of smoking in functional dyspepsia and irritable bowel syndrome: three random population-based studies
Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2021;54(1):32–42.
Web: https://doi.org/10.1111/apt.16372