Raucherentwöhnung: Vorübergehend erhöhtes Diabetesrisiko, aber geringere Mortalität7. November 2018 © methaphum – fotolia.com Wenn Raucher mit dem Rauchen aufhören und danach beträchtlich an Gewicht zulegen, ist dies mit einem erhöhten kurzfristigen Risiko für Typ-2-Diabetes assoziiert. Dies mindert aber nicht den Nutzen des Zigarettenverzichtes im Hinblick auf die Reduktion der kardiovaskulären und der Gesamtmortalität, wie eine Studie aus den USA zeigt. Die Autoren identifizierten in drei Kohortenstudien Teilnehmer, die mit dem Rauchen aufgehört hatten, und beobachteten sie in der Folgezeit auf Veränderungen des Raucherstatus und des Körpergewichtes. Außerdem wurden die Risiken für Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Mortalität und Gesamtmortalität ermittelt. Es zeigte sich, dass das Risiko für Typ-2-Diabetes bei denjenigen, die kürzlich (vor 2–6 Jahren) mit dem Rauchen aufgehört hatten, höher war als bei Teilnehmern, die noch rauchten (HR 1,22 [95 %-KI 1,12–1,32]). Am höchsten war das Typ-2-Diabetes-Risiko 5–7 Jahre nach dem Aufhören, danach nahm es langsam ab. Die vorübergehende Erhöhung des Risikos für Typ-2-Diabetes war direkt proportional zur Gewichtszunahme. Bei Teilnehmern, die aufhörten zu rauchen und in der Folgezeit nicht zunahmen, war das Risiko nicht erhöht (p<0,001 für Interaktion). Im Gegensatz dazu erhöhte sich das Mortalitätsrisiko nach dem Zigarettenverzicht nicht, unabhängig davon, ob es zu einer Gewichtszunahme kam oder nicht. Im Vergleich zu Teilnehmern, die noch rauchten, lag die Hazard Ratio für Tod durch kardiovaskuläre Erkrankungen bei denjenigen, die kürzlich mit dem Rauchen aufgehört und danach nicht zugenommen hatten, bei 0,69 (95 %-KI 0,54–0,88). Bei denjenigen mit einer Gewichtszunahme von 0,1–5 kg betrug sie 0,47 (95 %-KI 0,35–0,63). Bei 5,1–10 kg Gewichtszunahme betrug sie 0,25 (95 %-KI 0,15–0,42) und bei mehr als 10 kg Gewichtszunahme betrug sie 0,33 (95 %-KI 0,18–0,60). Teilnehmer, die vor mehr als 6 Jahren mit dem Rauchen aufgehört hatten, wiesen eine Hazard Ratio für Tod durch kardiovaskuläre Erkrankungen von 0,50 (95 %-KI 0,46–0,55) auf. Vergleichbare Assoziationen waren im Hinblick auf die Gesamtmortalität zu beobachten. Fazit Steigt das Gewicht nach einem Rauchstopp stark an, ist kurzfristig das Typ-2-Diabetes-Risiko erhöht. Die kardiovaskuläre sowie Gesamtmortalität reduziert sich hingegen nicht. Autoren: Hu Y et al. Korrespondenz: Department of Nutrition, Harvard T. H. Chan School of Public Health, Department of Medicine, Brigham and Women‘s Hospital, Boston, MS, USA Studie: Smoking Cessation, Weight Change, Type 2 Diabetes, and Mortality Quelle: N Engl J Med 2018 Aug 16;379(7):623–632. Web: www.nejm.org
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