Reanimationstraining über eine Virtual-Reality-App28. Oktober 2020 Foto: © Proxima Studio – Adobe Stock Der Deutsche Rat für Wiederbelebung e.V. (GRC) kooperiert mit der Techniker Krankenkasse. Es kann sehr schnell gehen: Ein Mensch bricht auf offener Straße zusammen, man ist Zeuge eines Autounfalls oder am Arbeitsplatz hat ein Kollege plötzlich einen Herzinfarkt. Hier ist schnelles Handeln erforderlich. Denn mit Erster Hilfe kann man Leben retten. Die gute Nachricht ist: Laut einer Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) haben 93 Prozent der Menschen in Deutschland nach eigenen Angaben schon einmal an einem Erste-Hilfe-Kurs teilgenommen. Allerdings: Bei fast jedem vierten Befragten (23 Prozent) ist das mehr als 20 Jahre her. Bei den Menschen ab 60 betrifft das sogar fast jeden Zweiten (46 Prozent). Sieben Prozent der Menschen in Deutschland haben noch nie einen Erste-Hilfe-Kurs besucht. Da man in Deutschland nicht gesetzlich verpflichtet ist, einen Erste-Hilfe-Kurs zu wiederholen, ist die Hemmschwelle eher hoch, regelmäßig einen Kurs zu besuchen und das Gelernte aufzufrischen. Auch sind Präsenzkurse durch die Corona-Pandemie und Abstandsregeln zurzeit nur erschwert durchzuführen. Daher hat die TK in Kooperation mit dem Deutschen Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC) eine Erste-Hilfe-App fürs Smartphone entwickelt. Die Anwendung “TK-RescueMeVR” wurde anlässlich des weltweiten „World Restart a Heart Day“ am 16.10.2020 veröffentlicht und steht allen Interessierten kostenlos zur Verfügung. Mittels Virtual Reality lernt man in einem interaktiven Video die Herzdruckmassage unter Real-Bedingungen. Dazu braucht man nur ein Smartphone und eine VR Brille oder ein sogenanntes Cardboard, das man bereits für ein paar Euro in Online-Shops erhält. Die Schulung dauert rund zehn Minuten. “Mit Hilfe der App wird der Nutzer direkt in eine virtuelle Notfallsituation gebracht. Dort muss er unter Zeitdruck und unter Anleitung eine Wiederbelebung ausführen. Durch die Simulation fühlt sich der Nutzer wie in einer echten Notfallsituation, dort geht es dann ja auch um jede Sekunde. Die App ist nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen eingerichtet” so Univ.-Prof. Bernd W. Böttiger, Vorstandsvorsitzender des GRC. Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, ergänzt: „Die App ersetzt keinen Erste-Hilfe-Kurs. Aber sie frischt altes Wissen auf und kann jederzeit genutzt werden, sowohl im privaten Bereich als auch in Unternehmen, beispielsweise um die Ersthelfer in den Betrieben zu schulen – und zwar niedrigschwellig und ohne viel Aufwand. Durch den Gamification-Ansatz und die Echtzeitsimulation ist der Lerneffekt zusätzlich sehr hoch.” Die TK-App kann man im Apple App Store oder bei Google Play mithilfe der Suchbegriffe “Techniker Krankenkasse” oder “TK-RescueMe VR” finden und downloaden.
Mehr erfahren zu: "Warken verteidigt Sparpläne: „Zumutung, aber notwendig“" Warken verteidigt Sparpläne: „Zumutung, aber notwendig“ Geplante Milliarden-Einsparungen bei den Gesundheitsausgaben empören Praxen und Kliniken. Die Ministerin stellt sich dem Unmut beim Ärztetag – größere Zugeständnisse signalisiert sie nicht.
Mehr erfahren zu: "Ärztepräsident: Spargesetz auf „Hold“ stellen" Ärztepräsident: Spargesetz auf „Hold“ stellen Geplante Milliarden-Einsparungen im Gesundheitswesen stoßen auf heftigen Protest bei Praxen und Kliniken. Vom Treffen der versammelten Ärzteschaft beim Deutschen Ärztetag in Hannover kommt ein Ruf nach einer Art Neustart der […]
Mehr erfahren zu: "KI-Sprachmodelle scheitern an der einfachen Analyse von Krankenhausdaten" KI-Sprachmodelle scheitern an der einfachen Analyse von Krankenhausdaten Große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) zeigen deutliche Schwächen bei grundlegenden administrativen Aufgaben im Krankenhausalltag. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie eines Forschungsteams von der Icahn School of Medicine […]