Reinhardt: Gutachter-Vorschläge zur Patientensteuerung sind ein Paradigmenwechsel6. Juli 2018 Eine gezieltere Patientensteuerung bei der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen sieht das aktuelle Gutachten des Sachverständigenrates Gesundheit vor. Illustration: © spyrakot – Fotolia.com Als „zukunftsweisend“ hat der Vorsitzende des Hartmannbundes (HB), Dr. Klaus Reinhardt, das vom Sachverständigenrat Gesundheit an das Gesundheitsministerium übergebene Gutachten zur bedarfsgerechten Steuerung der Gesundheitsversorgung bezeichnet. „Ungeachtet der Tatsache, dass ohne Frage in der Detailbetrachtung aus unserer Sicht auch Kritik an dem einen oder anderen Vorschlag der Gutachter anzubringen ist – so zum Beispiel mit Blick auf Pläne für ein verändertes Nachsetzungsverfahren im ambulanten Bereich – hat der Sachverständigenrat* erstmals deutlich gemacht, dass auch der Patient ein Akteur des Gesundheitssystems ist, dessen Verhalten Auswirkungen auf die Effektivität des Systems und damit auch auf seine bestmögliche Versorgung hat“, sagte Reinhardt. Auch wenn sich der Sachverständigenrat verständlicherweise bemühe, „den Ball an dieser Stelle verbal flach zu halten“, so sei die Betonung der Notwendigkeit einer gezielteren Steuerung der Inanspruchnahme ärztlicher Leistungen durch Patientinnen und Patienten „ein entscheidender Paradigmenwechsel“. Diese auch vom Hartmannbund wiederholt geforderte Entwicklung sei ausdrücklich zu begrüßen. Bisher sei es stets darum gegangen, auf begrenzte Ressourcen durch Regulierungen auf Leistungserbringerseite zu reagieren, sagte Reinhardt und meinte: „Mit Blick auf Jens Spahn darf das Papier mindestens an dieser Stelle durchaus als Aufforderung zur Mutprobe betrachtet werden, denn wir dürfen gespannt sein, wie viel der Gesundheitsminister sich hier traut.“ Bis zur offiziellen Vorstellung des Gutachtens gegenüber der Fachöffentlichkeit, Ende September, gelte es nun, sich detailliert mit den auf mehreren hundert Seiten verfassten Vorschlägen auseinanderzusetzen und deren mögliche politische Umsetzung „konstruktiv-kritisch“ zu begleiten, sagte der HB-Vorsitzende. Die Neuorganisation der Notfallversorgung, die Weiterentwicklung der Krankenhausplanung, Vorschläge zur weiteren Intensivierung der sektorenübergreifenden Versorgung oder etwa Landarztzuschläge und die Bewertung der hausarztzentrierten Versorgung seien dabei nur einige von vielen Themen, denen man sich zu widmen habe. Quelle: HB *Anm. d. Red.: Link zum „Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“ und dessen aktuellem Gutachten: https://www.svr-gesundheit.de
Mehr erfahren zu: "Photorezeptor-Staging per OCT: Neuer Kompass für die chronische CSC" Photorezeptor-Staging per OCT: Neuer Kompass für die chronische CSC Ist der Zustand der Photorezeptoren der bessere Wegweiser für die photodynamische Therapie (PDT) bei chronischer Chorioretinopathia centralis serosa (CSC) als die Symptomdauer? Eine Mailänder Studie liefert eine überraschende Antwort: Es […]
Mehr erfahren zu: "Glaukom: Wirken sich verzögerte Kontrollen auf die Gesichtsfeldprogression aus?" Glaukom: Wirken sich verzögerte Kontrollen auf die Gesichtsfeldprogression aus? Nachsorgeintervalle für Glaukompatienten müssen individuell auf die Erkrankungssituation des Patienten angepasst werden. Das schont Ressourcen und kann die Compliance der Patienten verbessern.
Mehr erfahren zu: "Zi-Studie: Zahl der MVZ deutlich gewachsen – Kliniken betreiben die meisten Standorte" Zi-Studie: Zahl der MVZ deutlich gewachsen – Kliniken betreiben die meisten Standorte Die Zahl der MVZ-Betriebsstätten ist zwischen 2017 und 2020 um 35 Prozent gestiegen und die Trägerarten unterscheiden sich je nach Region deutlich. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Analyse.