Reizdarm: Auslöser mit FODMAP-Pulver identifizieren6. Dezember 2024 © Witoon – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Wirksamkeit einer Diät mit wenig fermentierbaren Oligo-, Di-, Monosacchariden und Polyolen (FODMAP) beim Reizdarmsyndrom (RDS) ist gut belegt. Nach der Eliminationsphase zielt eine Wiedereinführungsphase darauf ab, Auslöser zu identifizieren. Wissenschaftler untersuchten nun die Auswirkungen einer Wiedereinführung mit FODMAP-Pulvern zur objektiven Identifizierung von Auslösern und bewerteten deren Effekte auf Symptome, Lebensqualität und psychosoziale Komorbiditäten. Teilnehmer einer 6-wöchigen Low-FODMAP-Diät mit einem klaren Rückgang des RDS-Symptomschweregrades (RDS-SSS) vs. Ausgangswert nahmen über 9 Wochen hinweg an einer verblindeten randomisierten Wiedereinführungsphase mit 6 FODMAP-Pulvern (Fruktane, Fruktose, Galakto-Oligosaccharide, Laktose, Mannitol, Sorbit) teil oder wurden einer Kontrollgruppe (Glukose) zugewiesen. Ein Anstieg des RDS-SSS (≥50 Punkte) definierte dabei einen FODMAP-Auslöser. Die Patienten füllten täglich ein Symptomtagebuch aus und beantworteten Fragebögen zur Lebensqualität und zu psychosozialen Komorbiditäten. Bei 117 rekrutierten Patienten mit RDS verbesserte sich der RDS-SSS nach der Eliminationsphase vs. Ausgangswert signifikant (150 ±116 vs. 301 ±97; p<0,0001; 80% Responder). Das Wiederauftreten der Symptome wurde bei 85% der FODMAPPulver ausgelöst, und zwar von durchschnittlich 2,5 ±2 FODMAP pro Patienten. Die häufigsten Auslöser waren Fruktane (56%) und Mannitol (54%), gefolgt von Galakto-Oligosacchariden, Laktose, Fruktose, Sorbitol und Glukose (jeweils 35, 28, 27, 23 und 26%) mit einer signifikanten Zunahme der beobachteten Bauchschmerzen an Tag 1 für Sorbitol/Mannitol, an Tag 2 für Fruktane/Galakto-Oligosaccharide und an Tag 3 für Laktose. Fazit Die Autoren der Studie konnten den signifikanten Nutzen einer FODMAP-armen Diät bei der Behandlung des RDS im Tertiärbereich bestätigen. Eine verblindete Wiedereinführung bedingt ein personalisiertes Muster des Wiederauftretens von Symptomen, überwiegend bei Fruktanen und Mannitol, und ermöglicht damit die objektivste Identifizierung einzelner FODMAP-Trigger. (bi) Autoren: Van den Houte K et al. Korrespondenz: Jan Tack; [email protected] Studie: Efficacy and Findings of a Blinded Randomized Reintroduction Phase for the Low FODMAP Diet in Irritable Bowel Syndrome Quelle: Gastroenterology 2024;167(2):333–342. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2024.02.008
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