Reizdarm: Mittelmeerdiät verbessert gastrointestinale und psychologische Symptome3. September 2024 © monticellllo – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Ernährung ist von grundlegender Bedeutung für die Behandlung des Reizdarmsyndroms (RDS), wobei einige Umstellungskonzepte für Personen, die unter psychischen Symptomen leiden, nicht geeignet sind. Um die Durchführbarkeit einer mediterranen Diät bei RDS und ihre Effekte auf gastrointestinale und psychologische Symptome bewerten zu können, rekrutierten Forscher 59 Personen mit Rom-IV-Kriterien sowie leichten oder mittelschweren Angstzuständen und/oder depressiven Symptomen für eine unverblindete 6-wöchige randomisierte Studie. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip einer Ernährungsberatung zur Mittelmeerdiät (29 Teilnehmer) oder ihrer gewohnten Ernährung (Kontrollen, 30 Teilnehmer) zugeteilt. Es erfolgte eine Sammlung von Daten zu gastrointestinalen/ psychologischen Symptomen, Ernährungsmustern sowie Stuhlproben für metagenomische Sequenzierungen. Der Mediterranean-Diet-Adherence-Screener-Score war in der Mittelmeerdiät-Gruppe in Woche 6 höher als in der Kontrollgruppe (7,5; 95%-KI 6,9–8,0 vs. 5,7; 95%-KI 5,2–6,3; p<0,001) und es kam zu einem größeren Score-Anstieg als bei den Kontrollen (2,1; 95%-KI 1,3–2,9 vs. 0,5; 95%-KI 0,1–1,0; p=0,004), was die Durchführbarkeit der Mittelmeerdiät belegte. Der Anteil der Responder bzgl. gastrointestinaler Symptome war in der Mittelmeerdiät-Gruppe größer vs. Kontrollgruppe (83 vs. 37%; p<0,001). Auch der Anteil derjenigen, die bzgl. ihrer Depressionen ein Ansprechen zeigten, war in der Mittelmeerdiät-Gruppe höher (52 vs. 20%; p=0,015). Bei der Aufnahme von FODMAP (Fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide and Polyole) gab es in Woche 6 keinen Unterschied (p=0,51). Gastrointestinale unerwünschte Ereignisse waren ähnlich (p=0,588) und es konnten keine Unterschiede hinsichtlich der Mikrobiomparameter zwischen den Gruppen festgestellt werden. Fazit Eine mediterrane Ernährung bei einem RDS ist durchführbar und führt zur Verbesserung der gastrointestinalen und psychologischen Symptome. Obwohl diese Studie unverblindet war, sind diese Ergebnisse im Kontext mit allgemeinen Vorteilen einer mediterranen Ernährung ein starker Anreiz für künftige Forschungen zum RDS. (bi) Autoren: Staudacher HM et al. Korrespondenz: Heidi Staudacher; [email protected] Studie: A Mediterranean diet is feasible and improves gastrointestinal and psychological symptoms in irritable bowel syndrome Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2024;59(4):492–503. Web: https://doi.org/10.1111/apt.17791
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