Reizdarm: Symptomlinderung durch personalisierte Diät14. Januar 2025 © Prathankarnpap – stock.adobe.com (Symbolbild) Zur Behandlung des Reizdarmsyndroms (RDS) wurde in einer multizentrischen türkischen Studie die Wirksamkeit einer mikrobiombasierten, durch Künstliche Intelligenz (KI) unterstützten personalisierten Diät (PD) mit einer FODMAP-Diät (niedrigdosierte fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole) verglichen. An der Studie nahmen 121 Personen teil, von denen 70 der PD-Gruppe und 51 der FODMAP-Diät-Gruppe zugewiesen wurden. Die Forschenden bewerteten die RDS-Subtypen, demografische Daten, den Symptom-Schweregrad (RDS-SS), Angstzustände, Depressionen und die Lebensqualität (RDS-QoL). Beide Interventionen erstreckten sich über 6 Wochen. Primäres Ergebnis der Studie war der individuelle Unterschied im RDS-SS zwischen den beiden Interventionsgruppen. Für den primären Endpunkt ergab sich eine Veränderung des RDS-SS von −112,7 für die Teilnehmer der PD-Gruppe vs. −99,9 für die Probanden der FODMAP-Diät-Gruppe (p=0,29). In beiden Kohorten kam es außerdem zu einer signifikanten Verbesserung der RDS-SS-Scores (p<0,001), der Stuhlfrequenz (p<0,001), der abdominalen Distension (p<0,001) und Lebensbeeinträchtigung (p<0,001). Darüber hinaus traten in beiden Gruppen signifikante Verbesserungen der Angstwerte sowie der RDS-QoL-Werte auf (p<0,001). Wichtig ist, dass die PD bei allen RDS-Subtypen (Obstipationstyp [RDS-C] p<0,001; Diarrhoe-Typ [RDS-D]; p=0,01 und Mischerkrankungstyp [RDS-M] p<0,001) zu einer Verringerung der RDS-SS-Werte führte, während die FODMAP-Diät bei RDS-C (p=0,004) und RDS-M (p<0,001) vergleichbare Veränderungen bewirkte. Die PD-Intervention verbesserte die RDS-QoL-Scores für alle Subtypen (RDS-C [p<0,001], RDS-D [p<0,001] und RDS-M [p=0,008]) signifikant, während die FODMAP-Diät dies für RDS-C (p=0,004) und RDS-D (p=0,022) tat. Bemerkenswert ist, dass die PD-Intervention vs. FODMAP-Diät zu Verschiebungen der Mikrobiom-Diversität (p<0,05) und Veränderungen der Taxa führte. Fazit Laut den Studienautoren zeigt sich bei dem PD-Ansatz mit seiner Fähigkeit, auf individuelle Unterschiede einzugehen, eine signifikante Symptomlinderung, eine verbesserte QoL und bemerkenswerte Diversitätsveränderungen im Darmmikrobiom. (bi) Autoren: Tunali V et al. Korrespondenz: Varol Tunali; [email protected] Studie: A Multicenter Randomized Controlled Trial of Microbiome-Based Artificial Intelligence-Assisted Personalized Diet vs Low-Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides, and Polyols Diet: A Novel Approach for the Management of Irritable Bowel Quelle: Am J Gastroenterol 2024;119(9):1901–1912. Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000002862
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