Reizdarmsyndrom mit Schlafstörungen assoziiert16. März 2022 © StockPhotoPro – stock.adobe.com (Symbolbild) Psychische Belastungen wie Angst, Depressionen oder Somatisierung stehen in einem engen Zusammenhang mit funktionellen gastrointestinalen Störungen (FGID). Aller Wahrscheinlichkeit nach spielen sie auch eine zentrale Rolle in der Pathophysiologie der FGID. Welchen Einfluss Schlafstörungen auf FGID haben ist noch unklar und eine Assoziation mit psychologischen Faktoren ist derzeit noch ungewiss. Australische Forschende wollten daher feststellen, ob Schlafstörungen mit dem Reizdarmsyndrom (RDS) und der funktionellen Dyspepsie (FD) assoziiert sind und ob ein möglicher Zusammenhang durch psychische Belastungen erklärt werden kann. Die Untersuchung umfasste eine im Jahr 2015 zufällig ausgewählte Stichprobe von Erwachsenen aus einer Region in New South Wales, Australien, die im Jahr 2018 einen Follow-up-Fragebogen per Post zurücksandten (Rücklaufquote 60,5%), der Fragen zu RDS, FD, Schlaf (MOS-Schlafskala) und psychischer Belastung (Kessler-6-Skala) enthielt. In dieser Population erfüllten 10,4% (95%-KI 8,8–12,2) und 17,9% (95%-KI 15,9–20,1) die Rom-III-Kriterien für RDS beziehungsweise FD. Die Prävalenz von Schlafstörungen, die zumindest die meiste Zeit auftraten, war häufig, mit einer signifikant höheren Prävalenz bei FGID (RDS und/oder FD) im Vergleich zur übrigen Bevölkerung (41,8 vs. 32,2%: p=0,003). Der Gesamtindex der Schlafprobleme war bei einem RDS (RDS vom Diarrhoe-Typ und gemischtes RDS, nicht aber RDS vom Obstipationstyp: OR 1,71; 95%-KI 1,29−2,27; p<0,0001) und einer FD (sowohl epigastrisches Schmerzsyndrom als auch postprandiales Distress-Syndrom: OR 1,80; 95%-KI 1,43–2,26; p<0,0001) signifikant höher, selbst nach einer Anpassung für Alter, Geschlecht und psychische Belastung. Fazit Diese Arbeit legt nahe, dass RDS und auch FD sowie die meisten ihrer Subtypen (mit Ausnahme des RDS vom Obstipationstyp) mit einer Reihe von Schlafstörungen assoziiert sind. Diese Schlafprobleme lassen sich jedoch nicht durch psychologische Faktoren erklären und könnten eine unabhängige Rolle in der Pathophysiologie spielen. (je) Autoren: Koloski NA et al. Korrespondenz: Nicholas J. Talley; [email protected] Studie: Sleep disturbances in the irritable bowel syndrome and functional dyspepsia are independent of psychological distress: a population-based study Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2021;54(5):627–636. Web: https://doi.org/10.1111/apt.16500
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