Reizdarmsyndrom: Studie untersucht Effekte verschiedener Ernährungsinterventionen10. September 2025 © metamorworks – stock.adobe.com (Symbolbild) Ziel einer Übersichtsstudie war es, die relative Wirksamkeit verschiedener diätetischer Maßnahmen beim Reizdarmsyndrom (RDS) zu untersuchen. Dabei ergaben sich laut den Autoren die meisten Erfolgsbelege für eine Low-FODMAP-Diät (FODMAP=hoher Anteil fermentierbarer Oligo-, Di- und Monosaccharide und Polyole). Aber auch andere Therapien seien vielversprechend. Die Forscher identifizierten insgesamt 28 Studien mit 2338 Teilnehmern zu unterschiedlichen diätetischen vs. Kontrollinterventionen. Dabei wurden 6 Programme (Low-FODMAP-Diät, BDA/NICE [British Dietetic Association/National Institute for Health and Care Excellence]-Diät, laktosereduzierte Diät, stärke- und zuckerreduzierte Diät [sz-Diät], personalisierte Diät und mediterrane Diät) in >1 Studie bewertet. Im Ranking der analysierten RDS-Symptomen lag die sz-Diät an 1. Stelle (Relatives Risiko [RR] der Nichtverbesserung der RDS-Symptome 0,41; 95%-KI 0,26–0,67; pScore 0,84; 2 Studien) und eine FODMAP-arme Diät an 4. Stelle (RR 0,51; 95%-KI 0,37–0,70; pScore 0,71; 24 Studien) sowie eine BDA/NICE-Diät an 10. Stelle (RR 0-62; 95%-KI 0,43–0,90; pScore 0-44; 8 Studien) verglichen mit einer gewohnheitsmäßigen Ernährung (GE). Bei Bauchschmerzen (26 Studien) rangierte eine sz-Diät an 2. Stelle (RR der Nichtverbesserung der Bauchschmerzen 0,54; 95%-KI 0,33–0,90; pScore 0,73; 2 Studien) und eine Low-FODMAP Diät an 5. Stelle (RR 0,61; 95%-KI 0,42–0,89; pScore 0,64; 23 Studien) vs. GE. Bei Blähungen und Völlegefühl (26 Studien) war ausschließlich die Low-FODMAP-Diät (RR Nichtverbesserung von Blähungen und Völlegefühl 0,55; 95%-KI 0,37–0,80; pScore 0,64; 23 Studien) einer GE überlegen und belegte den 4. Platz. Schließlich war keines der Programme bzgl. der Stuhlgewohnheiten (23 Studien) einer Kontrollintervention überlegen. Jedoch war eine Low-FODMAP-Diät der BDA/NICE-Diät überlegen (RR der nichtverbesserten Stuhlgewohnheiten 0,79; 95%-KI 0,63–0,99). Die Beweisstärke aller Vergleiche im gesamten Netzwerk wurde als niedrig oder sehr niedrig eingestuft, mit Ausnahme der direkten Vergleiche zwischen Low-FODMAP oder sz-Diät und GE, die als mäßig zuverlässig eingestuft wurden. Fazit Die Autoren konnten die Wirksamkeit diätetischer Interventionen wie der Low-FODMAP-Diät und der mediterranen Ernährung zur Verbesserung des Reizdarmsyndroms nachweisen. Es besteht jedoch ein Bedarf an großen randomisierten kontrollierten Studien mit direkten Vergleichsuntersuchungen, insbesondere im Hinblick auf die mediterrane Ernährung. (bi) Autoren: Cuffe MS et al. Korrespondenz: Alexander C. Ford; [email protected] Studie: Efficacy of dietary interventions in irritable bowel syndrome: A systematic review and network meta-analysis Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2025;10(6):520–536. Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(25)00054-8
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