Langfristige Remission des Cushing-Syndroms: Bluthochdruck und Nierenfunktionsstörungen bleiben ein Problem

Auch nach der Remission bleibt das Cushing-Syndrom mit höheren Raten an Bluthochdruck und Nierenfunktionsstörungen verbunden. Foto: © tj/stock.adobe.com

Bei Patienten mit Cushing-Syndrom (CS) bleibt einer Studie zufolge die Prävalenz von Bluthochdruck und eingeschränkter Nierenfunktion auch Jahre nach der biochemischen Remission erhöht.

Beim aktiven CS ist eine Hypertonie die häufigste Begleiterkrankung und gilt als wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor. Ob sich aber der Blutdruck und damit verbundene Parameter wie die Nierenfunktion nach einer Remission des CS langfristig wieder normalisieren, ist nicht bekannt.

In der neuen Studie deutscher Wissenschaftler berichten diese nun, dass die Prävalenz von Bluthochdruck und eingeschränkter Nierenfunktion bei CS-Patienten auch Jahre nach der biochemischen Remission erhöht blieb. Es sei also dringend notwendig, Patienten mit CS nach chirurgischer Remission stärker zu überwachen und Komorbiditäten zu behandeln.

Stärkere Überwachung empfohlen

Die Forschenden analysierten den Blutdruck und damit verbundene Komorbiditäten in einer Kohorte von 81 Patienten mit CS (Morbus Cushing: 52, ektopisches CS: 8, adrenales CS: 21). Sie untersuchten die Patientinnen und Patienten zu Beginn der Studie sowie sieben und 14 Jahre nach der biochemischen Remission. Die Daten verglichen sie mit einer Kontrollgruppe (n=243), die sie unter anderem hinsichtlich des Body-Mass-Index aus der Studie „Kooperative Gesundheitsforschung in der Region Augsburg” (KORA) abglichen.

Patienten mit CS wiesen im Vergleich zu den Kontrollpersonen zu Beginn der Studie sowie sieben und 14 Jahre nach der biochemischen Remission einen höheren mittleren Blutdruck und eine niedrigere GFR auf. Die Prävalenz von Hypertonie und CKD nahm in der Kontrollgruppe im Laufe der Zeit zu. Patienten, die wegen CS behandelt wurden, wiesen aber eine signifikant höhere Prävalenz beider Komorbiditäten auf. Bemerkenswert war, dass die Zahl der Patienten, die blutdrucksenkende Medikamente einnahmen, in der Cushing-Kohorte zurückging. Dies führte zu einer signifikant höheren Rate an unkontrollierter Hypertonie bei der Nachuntersuchung.

(jh/BIERMANN)