Renale und kardiovaskuläre Prävention: Wen schützen SGLT2-Inhibitoren?15. März 2019 © Chinnapong – fotolia.com SGLT2-Inhibitoren haben hinsichtlich der Prävention atherosklerotischer schwerer kardiovaskulärer Ereignisse einen moderaten Nutzen, der auf Patienten beschränkt zu sein scheint, die bereits eine etablierte kardiovaskuläre Erkrankung haben, berichten US-Forscher. Allerdings bieten sie unabhängig von einer bereits bestehenden kardiovaskulären Erkrankung oder einer Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte einen robusten Benefit hinsichtlich der Reduktion von Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz und des Fortschreitens von Nierenerkrankungen. Zu diesen Ergebnissen kommt ein systematischer Review mit einer Metaanalyse von drei randomisiert-kontrollierten Studien mit insgesamt 34.322 Patienten mit Typ-2-Diabetes. Insgesamt 60,2 % der Patienten hatten eine etablierte kardiovaskuläre Erkrankung. Im Follow-up traten 3342 schwere kardiovaskuläre und 766 renale Ereignisse auf. Die Behandlung mit SGLT2-Inhibitoren reduzierte schwere kardiovaskuläre Ereignisse um 11 % (HR 0,89 [95 %-KI 0,83–0,96]; p=0,0014), wobei der Nutzen nur bei Patienten mit bestehender atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankung zu beobachten war (HR 0,86 [95%-KI 0,80–0,93]) und nicht bei denjenigen ohne Vorerkrankung (HR1,00 [95%-KI 0,87–1,16], p für Interaktion=0,0501). SGLT2-Inhibitoren verringerten außerdem das Risiko für kardiovaskulären Tod oder Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz um 23 % (0,77 [HR 95 %-KI 0,71–0,84]; p<0,0001). In diesem Fall war der Nutzen bei Patienten mit oder ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung sowie Patienten mit oder ohne Herzinsuffizienz in der Vorgeschichte gleich. Auch das Risiko, mit dem Nierenerkrankungen fortschritten, sank unter SGLT2-Inhibitoren, und zwar um 45 % (HR 0,55 [95 %-KI 0,48–0,64]; p<0,0001), auch hier war der Nutzen bei Patienten mit und ohne Vorerkrankung vergleichbar. Das Ausmaß des Nutzens der SGLT2-Inhibitoren variierte mit der Ausgangsnierenfunktion. Bei Patienten mit schwerwiegenderer Nierenfunktionseinschränkung zur Baseline waren die Reduktionen der Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz (p für Interaktion=0,0073) größer und die Reduktionen des Fortschreitens zur Nierenerkrankung geringer (p für Interaktion=0,0258). Fazit: SGLT2-Inhibitoren haben hinsichtlich der Prävention atherosklerotischer kardiovaskulärer Ereignisse einen moderaten Nutzen, der auf Patienten beschränkt zu sein scheint, die bereits eine kardiovaskuläre Vorerkrankung haben. Autoren: Zelniker TA et al. Korrespondenz: TIMI Study Group, Cardiovascular Division, Brigham and Women‘s Hospital, Boston, MA, USA Studie: SGLT2 inhibitors for primary and secondary prevention of cardiovascular and renal outcomes in type 2 diabetes: a systematic review and meta-analysis of cardiovascular outcome trials Quelle: Lancet 2019 Jan 5;393(10166):31–39. Web: www.thelancet.com/journals/lancet
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