Reseziertes Hochrisiko‑Melanom: Zusatz von Vibostolimab zu Pembrolizumab lohnt sich nicht

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Vibostolimab in Kombination mit Pembro­lizumab führt im Vergleich zu Pembrolizumab als adjuvante Therapie bei Patienten mit reseziertem Melanom im Stadium IIB–IV zu keinem zusätzlichen klinischen Nutzen, so das Ergebnis einer in „The Lancet Oncology“ veröffentlichten Studie.

Die Pembrolizumab‑Monotherapie bleibt damit nach Ansicht der Autoren ein adjuvanter Versorgungs­standard beim resezierten Hoch­risiko‑Melanom.

Die randomisierte, doppelblinde Phase‑III‑Studie wurde an 205 Studienzentren weltweit durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten im Alter von mindestens 12 Jahren mit chirurgisch reseziertem kutanen Melanom im Stadium IIB–IV gemäß dem American Joint Committee on Cancer Cancer Staging Manual 2017 (8. Auflage) ohne Nachweis einer metastasierten Erkrankung nach der Resektion. Die Teilnehmer wurden 1:1 in 2 Gruppen randomisiert und erhielten entweder Vibostolimab 200 mg zusammen mit Pembro­lizumab 200 mg oder Pembrolizumab 200 mg allein alle 3 Wochen intravenös. Patien­ten, Prüfärzte und Studienpersonal waren gegenüber der Gruppenzuteilung verblindet.

Primärer Endpunkt war das rezidivfreie Überleben (RFS), ausgewertet in der Intention-to-treat( ITT)‑Population. Zusätzlich beurteilten die Autoren die Sicherheit bei allen Teilnehmern, die mindestens eine Dosis der Studien­medikation erhalten hatten. Die vorab festgelegte erste Interims­analyse war eine ereignisgetriebene, nicht bindende Futilitätsanalyse des RFS, die bei Eintreten von 111 Ereignissen geplant war (Futility‑Schwelle: beobachtete HR >0,95).

Zwischen Januar 2023 und März 2024 wurden 1402 Patienten randomisiert. Zum Zeitpunkt der ersten Interimsanalyse betrug die mediane Studiendauer, definiert als Zeitraum von der Randomisierung bis zum Datenschnitt, 4,2 Monate (IQR 1,9–6,7). Das mediane Alter lag bei 61,0 Jahren (IQR 51,0–70,0), 59  Prozent waren männlich und 41 Prozent weiblich.

Bei der ersten Interimsanalyse hatten insgesamt 119/1402 Patienten ein RFS‑Ereignis (8 %), darunter 67/701 in der Vibostolimab‑Pembrolizumab‑Gruppe (10 %) und 52/701 in der Pembrolizumab‑Gruppe (7 %). Das mediane RFS wurde in keiner der beiden Gruppen erreicht. Die HR für das RFS in der Vibostolimab‑Pembrolizumab‑Gruppe vs. Pembrolizumab‑Monotherapie betrug 1,25 (95 %-KI 0,9–1,8).

Die häufigsten (bei mehr als 5 Patienten aufgetretenen) Nebenwirkungen von Grad 3 oder höher waren in der Kombinations-Gruppe Nebenniereninsuffizienz bei 13 Personen (2 %), Hepatitis bei 11 (2 %), Exanthem bei 9 (1 %), makulopapulöses Exanthem bei 7 (1 %) und Pruritus bei 6 Personen (1 %). In der Pembrolizumab‑Gruppe war eine Erhöhung der Alanin‑Aminotransferase bei 7 (1 %) Patienten am häufigsten. Schwerwiegende Nebenwirkungen traten bei 74 (11 %) bzw. 30 (4 %) der Patienten auf. In der Vibostolimab‑Pembrolizumab‑Gruppe führten Nebenwirkungen bei 2 Patienten ( < 1 %; Myasthenia gravis und Myokarditis) und in der Pembro­lizumab‑Gruppe bei einem Patienten ( < 1 %; Myositis) zum Tod. Das externe Datenüberwachungskomitee beschloss, die Studie gemäß den vordefinierten Futilitätskriterien zu beenden. (ins)

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