Resistenzraten bei der Behandlung von Helicobacter-pylori-Infektionen20. Juli 2023 © dusanpetkovic1 – stock.adobe.com (Symbolbild) Die derzeit aktuellen Leitlinien empfehlen, bei Helicobacter-pylori-Infektionen in Gebieten, in denen die Clarithromycin-Resistenz ≥15% beträgt, oder bei Patienten, die zuvor Makrolide eingenommen haben, keine 3-Fachbehandlung mit Clarithromycin auf der Basis von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) anzuwenden. Zu unterschiedlichen lokalen Resistenzmustern liegen jedoch nur sehr begrenzte Informationen vor, insbesondere in den USA. Ein internationales Forscherteam hat nun die Resistenzraten gegen Antibiotika, die üblicherweise zur Behandlung von H. pylori eingesetzt werden, aus einer großen Studie aus den USA und Europa extrahiert (pHalcon-HP). Während eines Screenings entnahmen die Wissenschaftler bei erwachsenen Studienteilnehmern mit einer H.-pylori-Infektion Magenschleimhautbiopsate. Sie bestimmten die minimalen inhibitorischen Konzentrationen für Clarithromycin, Amoxicillin bzw. Metronidazol mittels Agar-Verdünnung, wobei die Grenzwerte bei ≥1 μg/ml, >0,125 μg/ml bzw. >8 μg/ml lagen. So ermittelten sie die Resistenzraten aus Isolaten von insgesamt 907 Teilnehmern aus den USA und Europa sowie Subregionen der USA und europäischen Ländern. Insgesamt waren 22,2% der Personen resistent gegen Clarithromycin, 1,2% gegen Amoxicillin und 69,2% gegen Metronidazol. Die Resistenz in den USA und in Europa war vergleichbar, wobei die Metronidazol-Resistenz am häufigsten (50–79%) und die Amoxicillin-Resistenz am seltensten (≤5%) auftrat. In allen Subregionen waren ≥15% der Isolate gegen Clarithromycin resistent, außer in Großbritannien (0/8 Isolate). Von den Clarithromycin-resistenten Isolaten waren 75% auch gegen Metronidazol resistent. Aus den USA wiesen 2 Isolate eine Resistenz gegen Clarithromycin und Amoxicillin auf, 1 davon war auch gegen Metronidazol resistent. Fazit Die nachgewiesenen Resistenzraten sprechen gegen eine fortgesetzte empirische Anwendung der gängigen PPI-basierten 3-Fachtherapie mit Clarithromycin gemäß den Richtlinien. Zudem unterstreichen sie die Notwendigkeit einer Überwachung der Antibiotikaresistenz und der Entwicklung neuer Therapien für H.-pylori-Infektionen in den USA und Europa. (je) Autoren: Mégraud F et al. Korrespondenz: Francis Mégraud; [email protected] Studie: Rates of Antimicrobial Resistance in Helicobacter pylori Isolates From Clinical Trial Patients Across the US and Europe Quelle: Am J Gastroenterol 2023;118(2):269–275. Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000002045
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