Rezidivierender Deszensus genitalis: Frauen profitieren langfristig nicht vom Netz23. November 2023 Grafik: Vectoressa – stock.adobe.com Eine Follow-up-Studie zeigt, dass Frauen, die sich wegen eines rezidivierenden Deszensus genitalis einer operativen Behandlung unterziehen, nach 12 Jahren ein vergleichbares subjektives Outcome aufweisen, unabhängig davon, ob die vaginale Deszensusoperation mit Netz oder ohne durchgeführt wurde. Die Zahl weiterer Operationen war in der Gruppe mit Netz aber höher. In der Originalstudie waren 194 Frauen randomisiert worden auf eine konventionelle vaginale Deszensusoperation ohne Netz (n=43) oder einen entsprechenden Eingrtiff mit Netz (n=45). Sie füllten nach 12 Jahren Fragebögen aus. Das verwendete Netz war ein nichtabsorbierbares Mesh-Set der 1. Generation. Alle Arten von konventionellen vaginalen Deszensusoperationen waren erlaubt. In der Netz-Gruppe konnten zusätzliche vaginale Deszensusoperationen vorgenommen werden. Der primäre Endpunkt war das Abschneiden auf dem Fragebogen “Patient Global Impression of Improvement” (PGI-I). Nach 12 Jahren berichteten 71% der Frauen in der Netz-Gruppe und 59% der Frauen in der Gruppe ohne Netz von einer (sehr) großen Verbesserung auf dem PG-I – der numerische Unterschied war allerdings statistisch nicht signifikant (p=0,24). Auch in keiner der einzelnen Domänen des Fragebogens gab es 12 Jahre nach dem Eingriff Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Allerdings war in der Netz-Gruppe die Zahl der Frauen höher, die aufgrund eines erneuten Deszensus genitalis noch einmal operiert werden mussten und die eine Stressinkontinenz aufwiesen: 40% der Frauen in der Netz-Gruppe waren davon betroffen, während es in der Gruppe ohne Netz nur 19% waren (p=0,03). Die Autoren fassen zusammen, dass sich das subjektive Outcome zwischen Frauen mit vaginaler Deszensusoperation mit oder ohne Netz nach 12 Jahren nicht voneinander unterscheide. Aber mit Netz sei die Zahl der benötigten weiteren Operationen signifikant höher gewesen. Ihr Fazit: Diese Studie bestätigt, dass ein Netz nicht bei allen Frauen mit rezidivierendem Deszensus genitalis eingesetzt werden sollte. (nec/ms)
Mehr erfahren zu: "Onkolytisches Virus gegen nicht muskelinvasiven Hochrisiko-Blasenkrebs" Weiterlesen nach Anmeldung Onkolytisches Virus gegen nicht muskelinvasiven Hochrisiko-Blasenkrebs Ein genetisch verändertes onkolytisches Virus hat in einer Phase-III-Studie ermutigende Ergebnisse in der Behandlung von Patienten mit nicht muskelinvasivem Hochrisiko-Blasenkarzinom gezeigt, das nicht auf eine Therapie mit Bacillus Calmette-Guérin angesprochen […]
Mehr erfahren zu: "Urologen entrüstet über erweiterte Terminmeldepflicht" Urologen entrüstet über erweiterte Terminmeldepflicht Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) lehnt die Verschärfung der Terminmeldepflicht für Vertragsarztpraxen, die der Deutsche Bundestag am 15.10.2026 beschlossen hat, rundum ab. Der Verband bekräftigt die Entrüstung und Kritik […]
Mehr erfahren zu: "PROMETHEUS will Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs neu aufstellen" PROMETHEUS will Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs neu aufstellen Das EU-finanzierte Projekt PROMETHEUS bringt Krebsexperten, Kliniker und Datenwissenschaftler zusammen, um die Diagnostik und Therapie von Prostatakrebs grundlegend zu verbessern. Die Forscher nutzen künstliche Intelligenz (KI) und Big Data, um […]