Risiko für Typ-2-Diabetes steigt mit jedem Gestationsdiabetes weiter an

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Ein Gestationsdiabetes mellitus (GDM) ist eine Hyperglykämie, die während des 2. oder 3. Trimesters der Schwangerschaft auftreten kann. In etwa 6% aller Fälle kann dabei der GDM zu Komplikationen führen. Derzeit wird eine hohe prognostische Aussagekraft eines GDM hinsichtlich eines späteren Typ-2-Diabetes (T2D) diskutiert. Dabei ist noch ungeklärt, ob dieses Risiko von der Anzahl der betroffenen Schwangerschaften abhängt und wie lange es bestehen bleibt.

Ein US-amerikanisches Forscherteam bewertete nun Assoziationen der Reproduktionsanamnese hinsichtlich des T2D-Risikos in einer Kohorte mit 50.884 Frauen. Bei 3370 der Teilnehmerinnen, die ursprünglich keinen Diabetes hatten, wurde im Laufe des 10-jährigen Follow-ups ein Diabetes diagnostiziert. Die Wissenschaftler analysierten eine mögliche Assoziation des T2D-Risikos mit dem Alter, der kumulativen Anzahl von Schwangerschaften mit GDM und der Zeit seit der letzten betroffenen Schwangerschaft, wobei auch Body-Mass-Index (BMI), Bildungsniveau und die ethnische Zugehörigkeit berücksichtigt wurden.

Es zeigte sich, dass ≥1 Schwangerschaft mit GDM in der Vorgeschichte ein erhöhtes altersspezifisches T2D-Risiko für T2D mit einer HR von 3,87 (95%-KI 2,60–5,75) 6–15 Jahre nach der jeweils betroffenen Schwangerschaft vorhersagte. Das Risiko stieg steil an, wenn mehrere der Schwangerschaften von einem GDM betroffen waren. Die altersspezi­fischen Assoziationen schwächten sich im Laufe der Zeit nach einer betroffenen Schwangerschaft ab, mit einer Verringerung des Risikoverhältnisses um 24% pro Jahrzehnt. Das Risiko blieb jedoch über 35 Jahre hinweg erhöht.

Fazit
Ein GDM sagt eine deutlich erhöhte Rate an T2D voraus, wobei das relative Risiko mit jeder weiteren betroffenen Schwangerschaft erheblich ansteigt. Zwar sinkt das Risiko wieder über die Zeit hinweg ab, bleibt aber über 35 Jahre erhöht. Betroffene Frauen sollten daher regelmäßig auf T2D untersucht werden, auch in höherem Alter. (je)

Autoren: Diaz-Santana MV et al.
Korrespondenz: Clarice R. Weinberg; [email protected]
Studie: Persistence of Risk for Type 2 Diabetes After Gestational Diabetes Mellitus
Quelle: Diabetes Care 2022;45(4):864–870.
Web: https://doi.org/10.2337/dc21-1430