RSV-Impfung schützt vor RSV-bedingten Hospitalisierungen

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Die RSVpreF-Impfung senkte in der randomisierten DAN-RSV-Studie die Häufigkeit RSV-bedingter Hospitalisierungen bei Erwachsenen um rund 70 Prozent. Der Effekt auf Atemwegserkrankungen jeglicher Ursache war dagegen deutlich geringer. Die Ergebnisse wurden auf dem diesjährigen ESC-Kongress in München vorgestellt.

Infektionen mit dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) können bei Erwachsenen schwere Atemwegserkrankungen verursachen. Die Krankheitslast ist insbesondere bei älteren Menschen und Personen mit chronischen Erkrankungen hoch. Während die häufigsten Komplikationen die Lungen betreffen, deuten aktuelle Beobachtungsstudien darauf hin, dass RSV auch zur Herz-Kreislauf-Morbidität und -Mortalität beitragen kann, betonte Prof. Tor Biering-Sorensen, Kardiologe am Universitätsklinikum in Kopenhagen (Dänemark). Aktuellen Schätzungen zufolge werden weltweit etwa 790.000 Menschen pro Jahr wegen RSV-bedingter akuter Beschwerden im Krankenhaus behandelt.

DAN-RSV-Studie untersucht RSV-Impfung in der Routineversorgung

Die Studie DAN-RSV wurde entwickelt, um die Effektivität einer RSV-Impfung gegen RSV-bedingte Hospitalisierungen in einer randomisierten Studie mit routinemäßig erhobenen Gesundheitsdaten zu untersuchen. In der ersten RSV-Saison 2024/2025 wurden in Dänemark Erwachsene ab 60 Jahren eingeschlossen. Aufgrund einer geringeren Zahl an RSV-bedingten Hospitalisierungen als erwartet wurde die Studie für die zweite Saison 2025/2026 erweitert. Dabei konnten auch Erwachsene ab 18 Jahren in Dänemark und Spanien teilnehmen. Insgesamt wurden in beiden RSV-Saisons 513.358 Personen im Verhältnis 1:1 randomisiert. Die eine Hälfte erhielt den bivalenten RSVpreF-Impfstoff, die andere Hälfte keine Impfung.

Primärer Endpunkt war die Hospitalisierung aufgrund einer RSV-bedingten Atemwegserkrankung. Zu den sekundären Endpunkten gehörten Hospitalisierungen aufgrund RSV-bedingter Erkrankungen der unteren Atemwege sowie aufgrund von Atemwegserkrankungen jeglicher Ursache. Basis- und Verlaufsdaten wurden mithilfe nationaler Gesundheitsregister erfasst.

RSV-bedingte Hospitalisierungen deutlich reduziert

In der erweiterten Studienpopulation lag die Inzidenz RSV-bedingter Hospitalisierungen aufgrund von Atemwegserkrankungen bei 0,16 Ereignissen pro 1.000 Personenjahre in der Vakzin-Gruppe und bei 0,55 Ereignissen pro 1.000 Personenjahre in der Gruppe ohne Impfung. Dies entsprach einer geschätzten Impfstoffeffektivität von 70,3 Prozent (95%-KI 49,7–83,2).

Auch Hospitalisierungen aufgrund RSV-bedingter Erkrankungen der unteren Atemwege waren unter der Impfung seltener. Die Impfstoffeffektivität betrug 71,1 Prozent (95%-KI 45,4–85,7). Bei Hospitalisierungen aufgrund von Atemwegserkrankungen jeglicher Ursache betrug die geschätzte Impfstoffeffektivität dagegen lediglich 7,1 Prozent (95%-KI −0,3–13,9). Die Häufigkeit schwerwiegender unerwünschter Ereignisse war in beiden Gruppen vergleichbar und lag bei 2,0 Prozent in der Vakzin-Gruppe gegenüber 2,2 Prozent in der Gruppe ohne Impfung.

Die Ergebnisse zeigen, dass die RSV-Impfung die Häufigkeit RSV-bedingter Hospitalisierungen bei Erwachsenen deutlich reduzieren kann. Der Effekt auf Hospitalisierungen aufgrund von Atemwegserkrankungen jeglicher Ursache war dagegen deutlich geringer und statistisch nicht eindeutig. Die Daten sprechen damit insbesondere für einen Nutzen der Impfung bei der Prävention schwerer RSV-bedingter Verläufe.