SARS-CoV-2: Stärkere Beeinträchtigung bei chronisch-entzündlicher Darmerkrankung21. Mai 2021 © sdecoret – stock.adobe.com (Symbolbild) Die COVID-19-Pandemie beeinträchtigt weltweit Leben. Noch ist nicht bekannt, welchen Einfluss eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung (CED) und CED-Medikamente auf COVID-19 haben. Darüber hinaus gibt es nur wenige Behandlungsleitlinien, die sich gezielt auf SARS-CoV-2 infizierte CED-Patienten fokussieren. Eine Forschungsgruppe des Universitätsklinikums Jena bestimmte daher die COVID-19-Prävalenz und Exposition, die Wahrnehmung und zur Verfügung stehenden Informationsquellen, die Medikamenten-Compliance, das Patientenverhalten und den Arztkontakt von CED-Patienten im Vergleich zu gesunden Kontrollen. Die Daten wurden mithilfe einer anonymen Querschnittsbefragung von CED-Patienten (n=415) erhoben. Ein Matching mit Kontrollpersonen (n=116) erfolgte im Verhältnis 4:1. CED-Patienten hatten große Angst vor einer SARS-CoV-2-Infektion und diese war bei Einnahme von Immunsuppressiva noch stärker ausgeprägt. CED-Patienten verließen ihre Wohnung seltener als ihre Altersgenossen ohne CED. Zudem wuschen sich 90% der Patienten mit einer CED deutlich häufiger die Hände. Besonders Befragte, die mit Immunsuppressiva behandelt wurden, waren hinsichtlich möglicher Medikamenten-Wechselwirkungen bei einer COVID-19-Erkrankung besorgt, diese Sorge teilten Patienten, die 5-Aminosalicylate einnahmen, dagegen nicht. Dennoch hielten sich 96,4% aller Patienten an die Fortsetzung ihrer Therapie und Medikation. Die Mehrzahl der Befragten suchte vor allem im Fernsehen und auf Nachrichtenseiten des Internets nach Informationen und Rat. Auch Videosprechstunden erwiesen sich als geeignet für eine Untergruppe von jungen Patienten, die große Angst hatten und daher ihr Haus seltener verließen. Insgesamt war die Akzeptanz von Videosprechstunden aber eher begrenzt. Fazit Die Autoren ziehen das Fazit, dass CED-Patienten signifikant stärker von der COVID-19-Pandemie betroffen sind als gesunde Kontrollpersonen. Daher erscheint es umso wichtiger, CED-spezifische COVID-19-Informationen aktiv bereitzustellen und zu vermitteln. (je) Autoren: Grunert PC et al. Korrespondenz: Philip C. Grunert; [email protected] Studie: Inflammatory Bowel Disease in the COVID-19 Pandemic – the Patients’ Perspective Quelle: J Crohns Colitis 2020; jjaa126. Web: https://doi.org/10.1093/ecco-jcc/jjaa126
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