Schilddrüsenkarzinom: Knotenwachstum hilft bei Risikobeurteilung

© Adiano – fotolia.com

Das Wachstum von Schilddrüsenknoten galt lange als Zeichen für Malignität – bis sich gezeigt hat, dass auch benigne Knoten wachsen. Doch unterscheiden sich maligne und benigne Knoten möglicherweise in ihrer Wachstumsrate?

Einer US-Studie zufolge wachsen maligne Schilddrüsenknoten, speziell Phänotypen mit höherem Risiko, tatsächlich wachsen schneller als benigne Schilddrüsenknoten. Und da ein Wachstum um mehr als 2 mm pro Jahr ein Prädiktor für eine maligne Erkrankung sei, könne dieser klinische Parameter auch zur Risikoeinschätzung von Schilddrüsenkarzinomen herangezogen werden, berichten die Wissenschaftler. Insgesamt verglichen sie 126 maligne Schilddrüsenknoten mit 1363 benignen Schilddrüsenknoten.

Es zeigte sich, dass maligne Knoten nicht allein aufgrund eines Phänotyps mit niedrigem Risiko spezifisch ausgewählt oder prospektiv beobachtet wurden. Die medianen Ultraschallintervalle waren ähnlich (21,8 Monate bei benignen Knoten, 20,9 Monate bei malignen Knoten). Maligne Knoten wuchsen mit höherer Wahrscheinlichkeit um mehr als 2 mm pro Jahr als benigne Knoten (RR 2,5 [95 %-KI 1,6–3,1]; p<0,001).

Dies änderte sich auch nach Adjustierung um klinische Faktoren nicht. Das relative Risiko, dass ein Knoten maligne war, stieg mit höheren Wachstumsraten an. Maligne Knoten, die mehr als 2 mm pro Jahr wuchsen, waren mit höherer Wahrscheinlichkeit aggressivere Krebs-erkrankungen (mittleres Risiko: OR 2,99 [95 %-KI 1,20–7,47]; p=0,03; höheres Risiko: OR 8,69 [95 %-KI 1,78–42,34]; p=0,02).

Fazit
Maligne Knoten wachsen schneller als gutartige Knoten. Da ein Wachstum von mehr als 2 mm pro Jahr im Vergleich zu gutartigen Erkrankungen bösartig ist, kann dieser klinische Parameter zur Beurteilung des Schilddrüsenkrebsrisikos beitragen, so das Fazit der Studienautoren.

Autoren: Angell TE et al.
Korrespondenz: Thyroid Section, Division of Endocrinology, Diabetes and Hypertension, Brigham and Women‘s Hospital, Boston, MS, USA
Studie: Differential Growth Rates of Benign vs. Malignant Thyroid Nodules
Quelle: J Clin Endocrinol Metab 2017;102(12):4642–4647.
Web: academic.oup.com/jcem

JCEM