Schizophrenie besser verstehen30. August 2019 Foto: © Dan Race – stock.adobe.com Mithilfe induziert-pluripotenter Stammzellen will ein internationales Konsortium die individiuellen Ursachen der Schizophrenie in Patienten besser verstehen und somit die Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Etwa ein Prozent der Bevölkerung erleidet mindestens einmal im Leben Episoden der Schizophrenie. Für die Behandlung stehen Medikamente und Psychotherapie zur Verfügung. Allerdings kann damit nicht allen Patienten geholfen werden, möglicherweise, weil sich die Symptome bei den Patienten sehr unterschiedlich ausprägen. Aber wie ist es möglich, die individuellen Ursachen dieser Erkrankung sowie neue Behandlungswege in lebenden Nervenzellen zu erforschen, wenn doch solche Zellen aus Menschengehirnen verständlicherweise nicht isoliert werden können? Unter Tübinger Federführung, der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, des NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der Universität Tübingen, Reutlingen und der Firma CeGaT GmbH, hat ein internationales Konsortium hier nun einen wichtigen Fortschritt erzielt. Unter der Leitung von Prof. Andreas Fallgatter, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, wurden Hautzellen von genau diagnostizierten Patienten mit Schizophrenie entnommen und im Team um Prof. Hansjürgen Volkmer am NMI in sogenannte induziert-pluripotente Stammzellen (iPSC) genetisch umprogrammiert. „Diese Zellen enthalten ein Abbild der Gene von jedem einzelnen Patienten. Somit kann aus biochemischen und zellbiologischen Experimenten mit menschlichen Nervenzellen Aufschluss über die individuelle Krankheitsentwicklung gewonnen werden“, erklärt Volkmer. Dr. Saskia Biskup von der Firma CeGat GmbH weist darauf hin, dass „solche Neuronen sich genetisch und physiologisch eindeutig von entsprechenden Neuronen aus Gesunden oder Patienten mit Autismus abgrenzen“. Die Forscher hoffen, mit diesem neuen Ansatz die individuellen Ursachen der Schizophrenie in Patienten besser zu verstehen und somit die Behandlungsmöglichkeiten in der Zukunft zu verbessern. Originalpublikation: Grunwald LM et al.: Comparative characterization of human induced pluripotent stem cells (hiPSC) derived from patients with schizophrenia and autism. Translational Psychiatry 2019;9:179.
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