Schlafapnoe: Diagnose wird bei Frauen seltener gestellt29. August 2017 © magele-picture – fotolia.com Bei Frauen, die nachts schnarchen und tagsüber häufig müde sind, wird einer aktuellen Studie zufolge im Vergleich zu Männern mit solchen Merkmalen möglicherweise zu selten eine Schlafapnoe diagnostiziert. Besonders unglücklich ist dieser Umstand den Studienautoren zufolge, weil die betroffenen Frauen ein ebenso hohes Risiko für Hypertonie und Diabetes haben wie Männer mit solchen Eigenschaften. Die Arbeitsgruppe um Eva Lindberg von der Universität Uppsala analysierte Daten der RHINE-Studie (Respiratory Health in Northern Europe) im Hinblick auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern bei der Diagnose schlafbezogener Atmungsstörungen und der nachfolgenden Behandlung bei Männern und Frauen mit vergleichbaren Symptomen einer solchen Störung. Die Studiendaten gaben Auskunft über Schnarchen, exzessive Müdigkeit bei Tag (excessive daytime sleepniess [EDS]) und den Body-Mass-Index (BMI) der Probanden sowie über somatische Erkrankungen jeweils bei Eintritt in die Studie (1999–2001) und bei der Nachuntersuchung (2010–2012). Eingeschlossen in die Analyse wurden Informationen zu 4962 Männern und 5892 Frauen. Bei der Nachuntersuchung machten die Studienteilnehmer Angaben dazu, ob bei ihnen eine Schlafapnoe diagnostiziert worden war und ob sie diesbezüglich behandelt wurden. Unter den Probanden, die Symptome einer schlafbezogenen Atmungsstörung (Schnarchen und EDS) aufwiesen, wurde bei mehr Männern als Frauen die Diagnose Schlafapnoe gestellt (25 % vs. 14 %; p<0,001), eine Therapie (17 % vs. 11 %; p=0,05) und eine Behandlung mit kontinuierlichem positivem Atemwegsdruck (6 % vs. 3 %; p=0,04) durchgeführt. Zu den Prädiktoren für den Erhalt einer Therapie gehörten Alter, BMI, und Symptome einer schlafbezogenen Atmungsstörung bei Eintritt in die Studie sowie Gewichtszunahme, während die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für eine Therapie verbunden war (adjustierte Odds Ratio [OR] 0,3; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 0,3–0,5). Bei beiden Geschlechtern erhöhten Symptome einer schlafbezogenen Atmungsstörung laut den Studienautoren das Risiko für eine Hypertonie (adjustierte OR 1,5; 95 %-KI 1,2–1,8) und Diabetes (adjustierte OR 1,5; 95 %-KI 1,05–2,3) unabhängig vom Alter, dem BMI und der Gewichtszunahme. Autoren: Lindberg E et al. Korrespondenz: Eva Lindberg, Department of Medical Sciences, Respiratory, Allergy and Sleep Research, Uppsala University, Akademiska Sjukhuset, Ing 40, 2 tr., SE-751 85 Uppsala, Schweden Quelle: Sleep Med 2017;35:17–22. Studie: Women with symptoms of sleep-disordered breathing are less likely to be diagnosed and treated for sleep apnea than men Web: www.sleep-journal.com
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