Schlafprobleme bei Schmerzpatienten21. Oktober 2022 © fizkes – stock.adobe.com (Symbolbild) Chronische Schmerzen und Schlafprobleme treten häufig gemeinsam auf. Der Schmerz selbst stört den Schlaf, aber auch andere Faktoren können zu Schlafproblemen bei Schmerzpatienten beitragen. In einer finnischen Querschnittsstudie wurden nun 473 Patienten (69,9% weiblich, Durchschnittsalter 47 Jahre) aufgenommen, die sich einer tertiären Schmerzbehandlung unterzogen. Es erfolgte eine Unterteilung in 3 Gruppen: 61 Patienten hatten keine Schlafprobleme, 198 hatten nur milde oder seltene Schlafstörungen und 199 hatten stärkere wiederkehrende Schlafprobleme. Um den Zusammenhang zwischen Schmerzen und Schlaf zu ermitteln, verglichen die Studienautoren erstere und letztere Gruppe im Hinblick auf Schmerzen und deren Ätiologie, schmerzbedingte Ängste, ungünstige Kindheitserfahrungen, die Einnahme von Schlaf- und Schmerzmedikamenten, selbst angegebene Krankheiten und Schlafstörungen. In der gesamten Kohorte untersuchten sie darüber hinaus den Zusammenhang zwischen schmerzbezogenen Ängsten (kognitive Ängste, Flucht/Vermeidung, Angst und physiologische Ängste) und Schlafproblemen. Personen mit Schlafproblemen berichteten häufiger über mehrere gesundheitliche Einschränkungen als diejenigen, die normal schliefen: Depression 31,6% vs. 5,0%; Angina pectoris 6,5% vs. 0,0%; Asthma 19,6% vs. 1,7%; Rückenbeschwerden 55,1% vs. 23,3%; Gelenkerkrankungen außer Rheumatoider Arthritis 32,3% vs. 18,3%, Symptome von unruhigen Beinen 33,2% vs. 11,7%. Eine Häufung von ≥5 negativen Kindheitserlebnissen war bei denjenigen mit Schlafproblemen öfter zu beobachten. Auch nahmen Patienten mit Schlafproblemen vermehrt Schlaf- und Schmerzmittel zu sich als Patienten mit normalem Schlaf. Die Ergebnisse zu schmerzbedingten Ängsten deuten der Studie zufolge darauf hin, dass physiologische Reaktionen ein wesentlicher Faktor für vermehrte Schlafstörungen sind. Diese Faktoren, so die Verfasser der Studie, müssten bei der Behandlung der Komorbidität von Schmerzen und Schlafproblemen berücksichtigt werden. Sie sehen dringenden Forschungsbedarf, um die entsprechenden Mechanismen zu verstehen. Fazit Der Studie zufolge scheinen hier insbesondere schmerzbezogene Ängste eine relevante Rolle zu spielen. Umgekehrt weisen Schmerzpatienten mit Schlafproblemen auch mehr Komorbiditäten auf als jene Schmerzpatienten ohne zusätzliche Schlafprobleme. (ah) Autoren: Miettinen T et al. Korrespondenz: Teemu Miettinen; [email protected] Studie: Sleep problems in pain patients entering tertiary pain care: the role of pain-related anxiety, medication use, self-reported diseases, and sleep disorders Quelle: Pain 2022;163(7):e812–e820. Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000002497
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