Schlechtere Ergebnisse bei Salvage-Prostatektomie nach fokaler Therapie5. April 2023 Arbeit an der Konsole eines Operationsroboters. Foto: RFBSIP – stock.adobe.com Eine roboterassistierte radikale Prostatektomie (RARP) nach fokaler Therapie (FT) des Prostatakarzinoms ist zwar machbar, führt jedoch zu schlechteren Ergebnissen als eine direkte RARP. Dies belegt eine Studie, die in „European Urology Focus“ publiziert wurde. Die Autoren um Seniorautor Vipul R. Patel vom Global Robotics Institute in Celebration (FL, USA) führten eine retrospektive Analyse von Daten aus einer prospektiv gesammelten institutionellen Datenbank durch, um die Auswirkungen der FT auf die funktionellen und onkologischen Ergebnisse nach Salvage-RARP (S-RARP) auszuwerten. Sie fanden 53 Patienten, die sich einer S-RARP nach Versagen der fokalen Ablation unterzogen (Gruppe I), wobei sie Patienten mit Ganzdrüsenablation und externer Strahlentherapie ausschlossen. Diese Gruppe wurde mit einer Kontrollprobe von Männern abgeglichen, die sich einer primären RARP unterzogen hatten. Dabei verwendeten die Autoren die Variablen Alter, PSA, PSA-Dichte, Body-Mass-Index, Score im Sexual Health Inventory for Men, Symptom-Score der American Urological Association, Charlson-Komorbiditätsindex, Prostatagewicht, präoperativer Gleason-Score (GS) und Vorgeschichte als Raucher. Die S-RARP nach FT wurde mit einer am Global Robotics Institute entwickelten standardisierten Technik mit dem Operationssystem „da Vinci Xi“ durchgeführt. Es gab keinen Unterschied im geschätzten Blutverlust (p=0,8) zwischen den 1:1 gematchten Gruppen, aber die OP-Zeit war signifikant länger für S-RARP (p=0,007). Die primäre RARP-Gruppe hatte einen höheren Anteil an Patienten, bei denen ein vollständig nervenschonendes Verfahren angewandt werden konnte. Die S-RARP-Gruppe hatte eine höhere Inzidenz positiver chirurgischer Ränder (40 % vs. 15 %; p=0,008), einen höheren Anteil an GS ≥8 (25 % vs. 15 %; p=0,07) und einen häufigeren positiven Lymphknotenstatus (9,4 % vs. 5,7 %; p=0,02). Es gab keinen signifikanten Unterschied bei den Gesamtkomplikationen zwischen den Gruppen. In der primären RARP-Gruppe waren häufiger Lymphozelen-Drainagen nach der Operation notwendig (15 % vs. 0 %; p=0,006). Eine Operation nach FT führt also zu schlechteren onkologischen und funktionellen Ergebnissen im Vergleich zur primären RARP. „Trotz der zielgerichteten Natur der FT sind erhebliche nichtfokale Kollateralschäden im Gewebe rund um die Prostata erkennbar, was wiederum zu schlechteren funktionellen Ergebnissen nach S-RARP führt“, geben die Autoren zusätzlich zu bedenken. (ms)
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