Schmerzakzeptanz bei chronischen Schmerzen im Jugendalter8. Dezember 2025 Bild: henadzy – stock.adobe.com In einer Studie mit mehr als 100 Jugendlichen, die unter chronischen Muskel-Skelett-Schmerzen leiden, wurde unter anderem die Frage untersucht, ob die Körperwahrnehmung der Jugendlichen bei der Schmerzakzeptanz eine Rolle spielt. Schmerzakzeptanz sagt eine bessere Lebensqualität, körperliche Funktionsfähigkeit und Behandlungsergebnisse bei Jugendlichen mit chronischen Schmerzen voraus. Allerdings ist wenig über die Faktoren bekannt, die die Schmerzakzeptanz fördern. Für eine Studie untersuchten Wissenschaftler nun Körperwahrnehmungen bei Jugendlichen mit chronischen Schmerzen und wie diese mit Aspekten der Schmerzakzeptanz korrelieren, insbesondere der Schmerzbereitschaft und der Teilnahme an Aktivitäten. Die aktuelle Stichprobe einer Studie aus London, Großbritannien, umfasste 102 Jugendliche mit chronischen Muskel-Skelett-Schmerzen (Alter 8–17 Jahre; 72,3 % weiblich), die eine tertiäre Schmerzklinik besuchten. Mittels hierarchischen linearen Regressionsanalysen untersuchten die Forscher Zusammenhänge zwischen Körperwahrnehmung und Schmerzakzeptanz unter Berücksichtigung demografischer Faktoren, Schmerzen und psychischer Symptome sowie Körperfunktionen. Es gab erhebliche Unterschiede in der Einstellung, die Jugendliche mit chronischen Schmerzen gegenüber ihrem Körper hatten – einige vertraten die Ansicht, dass ihr Körper ein Widersacher (adversary) sei, andere Jugendliche hingegen betrachteten ihren Körper als reaktionsfähig (responsive) und weitere als leistungsfähig (capable). Die Regressionsanalysen zeigten, dass die Einstellung, der eigene Körper sei ein Gegner, mit einer geringeren Bereitschaft assoziiert war, Schmerzen zu ertragen. Die Einstellung, dass der eigene Körper leistungsfähig ist, korrelierte mit einem größeren Engagement, trotz Schmerzen wertgeschätzten Aktivitäten nachzugehen – selbst nach Berücksichtigung demografischer Faktoren, Schmerzcharakteristika und der grundlegenden Funktionsfähigkeit. Zusammen erklärten alle drei Denkweisen eine einzigartige Varianz der Schmerzakzeptanz von 6,6 bis 26,8 Prozent. Körperbezogene Denkweisen stehen in einem signifikanten Zusammenhang mit der Schmerzakzeptanz bei Jugendlichen mit chronischen Schmerzen, selbst nach Berücksichtigung von Schmerzmerkmalen und grundlegenden Funktionen, so die Studienautoren. Weitere Arbeiten sollten untersuchen, ob körperbezogene Denkweisen in dieser Altersgruppe veränderbar sind und ob sie Interventionsziele darstellen könnten, die die Schmerzakzeptanz fördern. (bi/BIERMANN)
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