Schmerztherapie: Online-Programm ist wirksam und kostengünstig31. Oktober 2022 © WavebreakMediaMicro – stock.adobe.com (Symbolbild) Über das Internet bereitgestellte Programme könnten womöglich den Zugang zur Schmerzbehandlung für Menschen mit chronischen Schmerzen kostengünstig verbessern. Bisher wurden jedoch nur wenige groß angelegte klinische Studien dazu durchgeführt. Eine Gruppe australischer Wissenschaftler verwendete nun für ihre Untersuchung die Studiengruppe ein randomisiertes, kontrolliertes Studiendesign mit 659 Teilnehmern, die etwa zur Hälfte der Behandlungsgruppe und der Kontrollgruppe zugeteilt waren. Die Teilnehmer der Kontrollgruppe befanden sich auf einer Warteliste und nahmen im Anschluss an die Behandlungsgruppe ebenfalls an dem Internet-basierten Kurs namens Pain Course teil. Dieser bestand aus 5 Online-Lektionen mit praktischen Übungen, die über 8 Wochen verteilt waren. Zusätzlich zu den Lektionen war es den Probanden jederzeit möglich, über einen kursinternen Chat Kontakt zu einem Psychologen aufzunehmen. Eine Bewertung der Maßnahme erfolgte vor und im Anschluss an den Pain Course sowie nach 3 Monaten, wobei aufgrund des Crossover-Designs zum letzten Zeitpunkt kein Vergleich zur Kontrollgruppe mehr möglich war. Im Ergebnis berichtete die Behandlungsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe über signifikante Verbesserungen bei Behinderung, Depression, Angst, durchschnittlicher Schmerzintensität und qualitätsbereinigten Lebensjahren (QALYs). Zudem wies sie ein relativ hohes Maß an Behandlungsengagement und Zufriedenheit auf. Jede zusätzliche klinische Verbesserung (≥30%), die durch die Intervention im Vergleich zur Kontrolle erzielt wurde, war mit Kosten von 48, 27, 38 bzw. 83 AU-$ (entspricht 33, 18, 26 bzw. 56 €) für Behinderung, Depression, Angst und durchschnittliche Schmerzintensität verbunden. Der Gewinn eines QALY war mit Kosten in Höhe von 152 AU-$ bzw. 11.910 AU-$/QALY (103 € bzw. 8083 €/QALY) verbunden, wenn ein 80%-Wahrscheinlichkeitskriterium für den Kostennutzen angewandt wurde. Das Programm selbst war mit relativ geringen, festen Kosten pro Patient verbunden, brachte aber über den kurzen Interventionszeitraum keine Kosteneinsparungen. Zu den wichtigsten Einschränkungen der Studie gehört neben der Verwendung einer Wartelisten-Kontrollgruppe die kurze Nachbeobachtungszeit sowie die Konzentration auf die Kosten der staatlichen Gesundheitsversorgung. Die Autoren halten eine weitere Evaluierung des Programms für erforderlich, bevor es in größerem Umfang und als Routineversorgung angeboten werden kann. Fazit Die Gruppe australischer Wissenschaftler konnte ein Internet-basiertes Schmerzmanagement-Programm als eine neue Möglichkeit der wirksamen und kosteneffizienten Unterstützung von chronischen Schmerzpatienten präsentieren. (ah) Autoren: Dear BF et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: The Pain Course: a randomised controlled trial and economic evaluation of an internet-delivered pain management program Quelle: Pain 2022;163(7):1388–1401. Web: https://doi.org/10.1097/j.pain.0000000000002507
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