Schon eine Stunde Sport pro Woche hilft gegen Depressionen22. Mai 2018 Foto: © WavebreakmediaMicro – Fotolia.com Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, dass körperliche Betätigung dem Aufkommen von Depressionen entgegenwirkt, unabhängig von Alter, körperlichem Zustand und Herkunft. Die Wissenschaftler aus Brasilien, Belgien, Australien, den USA, Großbritannien und Schweden haben Datensätze aus 49 einzelnen Kohortenstudien zusammengefasst, bei denen untersucht wurde, ob körperliche Aktivität bei Menschen ohne psychische Erkrankungen das Risiko für Depressionen reduzierte. Insgesamt wurden die Angaben von 266.939 Personen (47% männliche Studienteilnehmer) erhoben und die Befragungen im Durchschnitt nach 7,4 Jahren wiederholt. Die Auswertung der Daten konnte belegen, dass Teilnehmer, die sich nur wenig bewegten, ein größeres Risiko hatten, eine Depression zu entwickeln, als die Teilnehmer, die eine hohe körperliche Aktivität aufwiesen. Darüber hinaus konnten die Wissenschaftler feststellen, dass dieser schützende Effekt bei Jugendlichen, Erwachsenen und Älteren in Europa, Nordamerika und Ozeanien gleichermaßen auftritt. In einer anderen Studie konnten die an der Untersuchung beteiligten Wissenschaftler aus Australien außerdem belegen, dass 12 Prozent der Depressionen durch nur eine Stunde sportlicher Aktivität pro Woche hätten verhindert werden können. „Es handelt sich hierbei um die erste weltweite Metaanalyse, die beweist, dass die bloße körperliche Aktivität förderlich dafür ist, die gesamte Bevölkerung vor Depressionen zu schützen”, sagte Dr. Felipe Barreto Schach von der Universidad La Salle aus Brasilien und leitender Autor der Metaanalyse. “Unsere Analyse von mehr als einer Viertelmillion Menschen macht ganz deutlich, dass Menschen, die einen aktiven Lebensstil pflegen, weniger wahrscheinlich eine Depression entwickeln werden. Hierbei wurde deutlich, dass ein hohes Maß von körperlicher Aktivität für Kinder, Erwachsene und ältere Erwachsene eine Schutzfunktion hat und es dabei nicht auf die Herkunft oder andere Faktoren wie Body Mass Index, Rauchen oder den allgemeinen körperlichen Gesundheitszustand ankommt”, sagte Co-Autor, Dr. Brendon Stubbs. „Neben der Vielzahl an weiteren Vorteilen, die die körperliche Aktivität mit sich bringt, können unsere Erkenntnisse dazu führen, die körperliche Betätigung im Laufe des Lebens auf der Prioritätenliste neu zu positionieren.” Die Wissenschaftler planen bereits weitere Studien, um das Mindestmaß an körperlicher Aktivität und den Effekt der verschiedenen Arten der körperlichen Betätigung zu ermitteln, um das Depressionsrisiko dauerhaft zu reduzieren. Originalpublikation: Schuch FB et al.: Physical Activity and Incident Depression: A Meta-Analysis of Prospective Cohort Studies. The American Journal of Psychiatry, 25. April 2018
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