Schwangerschaft: Darmmikrobiom der Mutter beeinflusst die Gehirnentwicklung des Babys22. August 2024 Foto: © unlimit3d/stock.adobe.com Eine Studie der Universität Cambridge, Vereinigtes Königreich, an Mäusen hat ergeben, dass das Bifidobacterium breve im Darm der Mutter während der Schwangerschaft eine gesunde Gehirnentwicklung des Fötus fördert. Es ist zwar bekannt, dass die Gesundheit der schwangeren Mutter für ein gesundes Baby wichtig ist, aber die Auswirkungen ihrer Darmbakterien auf die Entwicklung des Babys wurden bisher wenig beachtet, schreiben die Autoren der vorliegenden Studie. Die Forscher verglichen die Entwicklung des fötalen Gehirns bei Mäusen, deren Mütter keine Bakterien in ihrem Darm hatten, mit denen, deren Mütter während der Schwangerschaft Bifidobacterium breve oral erhielten, aber keine anderen Bakterien in ihrem Darm hatten. Das Resultat: Bei Föten von Müttern, denen Bifidobacterium breve verabreicht wurde, erhöhte sich der Nährstofftransport zum Gehirn. Und auch bei anderen Zellprozessen, die mit dem Wachstum zusammenhängen, wurden positive Veränderungen festgestellt. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Molecular Metabolism“ veröffentlicht. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verbesserung der fötalen Entwicklung – insbesondere des fötalen Gehirnstoffwechsels – durch die Einnahme von Bifidobacterium breve während der Schwangerschaft die Entwicklung eines gesunden Babys unterstützen kann, sagt Dr. Jorge Lopez-Tello, Forscher am Zentrum für Trophoblastenforschung der Universität Cambridge und Erstautor. Er fügt hinzu: „Das bedeutet, dass sich künftige Behandlungen für fötale Wachstumsbeschränkungen möglicherweise auf die Veränderung des Darmmikrobioms durch Probiotika konzentrieren könnten, anstatt schwangeren Frauen pharmazeutische Behandlungen anzubieten, die das Risiko von Nebenwirkungen mit sich bringen.“ Prof. Amanda Sferruzzi-Perri, Hauptautorin der Studie, ergänzt: „Unsere Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass wir hier in die falsche Richtung gedacht haben – vielleicht sollten wir uns mehr auf die Verbesserung der Gesundheit des mütterlichen Darms konzentrieren.“ Einschränkungen der Studie Die Studie wurde an Mäusen durchgeführt, was es ermöglichte, die Auswirkungen von Bifidobacterium breve auf eine Weise zu bewerten, die beim Menschen nicht möglich wäre – die Forscher konnten die Genetik, andere Mikroorganismen und die Umgebung der Mäuse genau kontrollieren. Sie sagen jedoch, dass die von ihnen gemessenen Auswirkungen beim Menschen wahrscheinlich ähnlich sind, heißt es weiter. Sie planen nach eigenen Angaben nun weitere Arbeiten, um die Gehirnentwicklung der Nachkommen nach der Geburt zu überwachen und um zu verstehen, wie Bifidobacterium breve mit den anderen in der Natur vorkommenden Darmbakterien interagiert. Frühere Arbeiten desselben Teams ergaben, dass die Behandlung trächtiger Mäuse mit Bifidobacterium breve die Struktur und Funktion der Plazenta verbessert. Dies ermöglicht auch eine bessere Versorgung des sich entwickelnden Fötus mit Glukose und anderen Nährstoffen und verbessert das Wachstum des Fötus.
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